Gilles-de-la-Tourette-Syndrom

 

[KLI, PHA], neuropsychiatrische Erkrankung, die durch motorische und/oder verbale Tics versch. Art gekennzeichnet ist. Der Beginn ist i. d. R. im Grundschulalter, in der Pubertät kann es zu einer weiteren Verschlechterung kommen. Bei einigen Pat. lassen die Tics im Verlauf des jungen Erwachsenenalters nach, die Mehrheit behält die Symptome jedoch lebenslang. Bei vielen Pat. wird parallel zum Gilles-de-la-Tourette-Syndrom eine Zwangssymptomatik (Zwangsstörung) beobachtet. Außerdem treten häufig begleitend Aufmerksamkeitsprobleme, Lernschwierigkeiten, Schwierigkeiten bei der ImpulskontrolleSchlafstörungen und Depressionen auf. Eine spezif. medikamentöse Therapie existiert nicht. Als Off-label-Therapie werden meistens D2-Rezeptor-Antagonisten in niedriger Dosierung eingesetzt (z. B. Risperidon 0,5–4 mg, Sulpirid 2–6 x 200 mg sowie Tiaprid 3 x 100–200 mg). Für die folg. Substanzen existieren pos. kontrollierte Studien, jedoch keine Zulassung: Clonidin, Benzodiazepine, Baclofen, Clomipramin, Pergolid und L-Dopa. Eine offizielle Zulassung für Tic-Störungen existiert ausschließlich für Haloperidol, allerdings sollte dessen Anwendung aufgrund des Nebenwirkungsprofils und verfügbarer Alternativen kritisch geprüft werden.

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