action research

 

(= a. r.) [engl.] Aktionsforschung, syn. Handlungsforschung, [FSE, KLI, SOZ], nach Lewin (1946, 1948) die systematische (mit Standardmethoden der Sozialps. eingeführte) Erfolgskontrolle bei Maßnahmen, die von sozialen Agenten (Erziehungsinstitutionen, Leitung industrieller Firmen, Strafvollzugsbehörden etc.) zur Verhaltens- oder Einstellungsänderung vorgenommen werden. A. r. erfordert i. d. R.: (1) die unmittelbare Beteiligung des Forschers am Untersuchungsverlauf (Prozess, soziale Interaktion); (2) die laufende Rückmeldung über die gewonnenen Ergebnisse an möglichst alle Beteiligten noch während der Untersuchung; (3) die emanzipatorische Zielsetzung (Veränderung im sozialen Feld).

Als Forschung der Angewandten Sozialps. soll a. r. Lernprozesse bei den sozialen Agenten ermöglichen, weil die Erfolge ihres Handelns mit Normen (Normen, soziale) verglichen werden. Als Methode der Grundlagenforschung hat a. r. nur begrenzten Wert, weil meistens die unabhängigen Variablen (Maßnahmen der sozialen Agenten) unüberschaubar komplex sind und eine Kontrollgruppe oft fehlt. Als problematisch kann sich ggf. die Voreingenommenheit der Forscher erweisen: Der engagierte Sozialwissenschaftler verfolgt selbst beide Ziele, sowohl eine (propagandistisch intendierte) Verhaltensänderung als auch die Kontrolle. Aus diesem Grund wird a. r. von Kritikern nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zur herkömmlichen Forschungsstrategie verstanden (Forschungsprozess). Zunehmende Bedeutung erhält der Ansatz in der Klin. Ps., sowohl in systematischen Einzelfallstudien, aber auch bei der bedarfsgerechten Weiterentwicklung klin. Institutionen und Angebote. Feldstudie, Begleitforschung, Qualitative Sozialforschung.

Verwendete Literatur

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