Adelsons Helligkeitstäuschungen

 

(= A.) [engl. Adelson's lightness illusions], [WA], Adelson (2000) präsentiert eine Reihe von Helligkeitseffekten und -täuschungen, die die Bedeutung höherer kogn. Bildverarbeitungsprozesse für die Helligkeitswahrnehmung veranschaulichen. Während klass. Helligkeitstäuschungen (Simultankontrast, Kontrast) vor allem auf Basis lokaler Kontrastverarbeitung, die bereits in der retinalen Verarbeitung erzeugt oder unterstützt werden (laterale Hemmung, laterale Inhibition, visuelle Wahrnehmung), modelliert werden können, müssen bei der Modellierung der A. Aspekte wie «wahrgenommene Beleuchtung» oder «Wahrnehmung transparent erscheinender Bildelemente» (Schlangentäuschung) berücksichtigt werden. Die Abb. zeigt Adelsons Schachbretttäuschung (Adelson, 1993, [engl. Adelson's checkerboard illusion]): Die dunklen Flächen des Schachbrettmusters außerhalb des wahrgenommenen Schattens (Fläche A) sind physikal. identisch (identische Leuchtdichte) mit den hellen Flächen innerhalb des wahrgenommenen Schattens. Bei der Wahrnehmung der Fläche B wird offensichtlich die schwächere Beleuchtung in Rechnung gestellt: Bei schwächerer Beleuchtung wird bei unveränderten Objekteigenschaften weniger Licht reflektiert. Um Konstanz der Objekteigenschaften trotz Variation der Beleuchtung zu gewährleisten, muss implizit die Beleuchtungskomponente korrigiert werden. In der Abb. erfolgt diese Korrektur so stark, dass die physikal. Gleichheit der Objekte (Flächen A und B) unplausibel erscheint. Hierbei ist insbes. zu berücksichtigen, dass «Beleuchtung», «Schatten» oder «räumliche Tiefe» bereits kogn. erzeugte Aspekte der Bildrepräsentation darstellen, die für die Reizvorlage hoch plausibel erscheinen, in dieser aber selbstverständlich nicht enthalten sind. Bressansche Täuschung, White-Täuschung.

Adelsons Schachbretttäuschung (Adelson 2000)

Verwendete Literatur

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