adrenokortikotropes Hormon

 

[engl. adrenocorticotropic hormone], Abk. ACTH, syn. Kortikotrop(h)in, [BIO, PHA], glandotropes Hormon des Hypophysenvorderlappens, Polypeptid, das innerhalb weniger Min. die Ausschüttung von Kortisol in der Nebennierenrinde anregt. Die Biosynthese erfolgt über Proopiomelanokortin (POMC), das auch die Information für die opioiden Peptide, Beta-Endorphin, β-Lipoprotein und MSH trägt. Die Ausschüttung folgt wie die des Kortisols einer zirkadianen Periodizität mit Spitzen morgens. Sie wird stimuliert durch CRH über viele physische Stressoren (u. a. Infektionen, Läsionen, Kälte) und psych. Faktoren. Die Sekretion wird durch neg. Rückkopplung des Kortisols reguliert. ACTH hat auch direkte neurotrope Wirkungen. Diese werden auch durch Fraktionen von ACTH induziert, so durch ACTH4–10. Belegt ist die Beeinflussung des Kurzzeitgedächtnisses bei Ratten. Über die psych. Wirkungen physiol. Dosen beim Menschen ist wenig bekannt. Untersuchungen an Gesunden lassen keine stärkeren psych. Effekte erkennen. Bei Pat. sollen überwiegend euphorische Reaktionen auftreten, die aber nicht eindeutig interpretierbar sind.

Referenzen und vertiefende Literatur

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