Äquivalenz, psychometrische

 

(= p. Ä.) [engl. equivalence, psychometric], [DIA], Psychometrie. Bei der computergestützten Umsetzung herkömmlicher Papier-Bleistift-Tests ist die Ä.frage zentral. Die bei der Entwicklung von Papier-Bleistift-Verfahren gewonnenen Itemkennwerte, Testkennwerte und Normen dürfen nur dann auf computergestützte Versionen derselben Tests übertragen werden, wenn die beiden Testvarianten äquivalent sind (Computergestütztes Testen). Diese Forderung wurde und wird in vielen nationalen und internationalen Richtlinien aufgestellt. P. Ä. umfasst die folg. Aspekte: (1) Prüfung auf Unterschiede in den Rohwertverteilungen (Mittelwerte, Standardabweichungen, Verteilungsform), (2) Prüfung auf Rangfolgeveränderungen zw. Testteilnehmern (Konstruktvalidität), (3) Prüfung auf itemspezif. Unterschiede.

Die p. Ä. ist i. d. R. bei kogn. Fähigkeitstests/Leistungstests stärker gefährdet als bei Fragebogenverfahren. Bes. problematisch sind Testverfahren mit einer engen Zeitbegrenzung, weil bei diesen Handhabungsunterschiede zw. den Testversionen deutliche Effekte haben können. Das Thema Ä. findet weiterhin Aufmerksamkeit in der wiss. Literatur, zum einen weil es noch viele Testverfahren gibt, deren Entwicklung auf Papier stattfand, zum anderen weil sich die Äquivalenzfrage nicht nur auf den Vergleich von Papier- und Computerversion beschränkt, sondern für alle neuen Testvarianten gilt, also z. B. wenn zu einem computergestützten Verfahren eine internetbasierte Variante generiert wird (u. a. könnten sich wegen des unterschiedlichen Zeit- und Systemreaktionsverhaltens Testwertunterschiede zeigen). Auch die zunehmende Hardwarediversifizierung (z. B. Tablet-PC) kann die Äquivalenzfrage aufwerfen. Neben der p. Ä. werden noch die perzipierte Äquivalenz und die populationsspezifische Äquivalenz unterschieden. Äquivalenzprüfung, Differential Item Functioning.