Akkommodation

 

(= A.) [engl. accommodation; lat. accommodare anpassen], [EW, KOG], ist im Verständnis der Erkenntnistheorie von Piaget (Entwicklung, Stufentheorie nach Piaget) Bestandteil der kogn. Adaptation. Sie wirkt komplementär zur Assimilation. Akkommodiert werden Erkenntnis- oder kogn. Schemata (Assimilationsschema) an neue oder veränderte Realitäten. Die Assimilation bringt Unterschiedliches unter den «gleichen Hut», d. h. behandelt Unterschiedliches mit einem gleichen Schema und verwischt damit Unterschiede. Wenn die Unterschiede zu groß werden oder wenn Assimilation wegen Nichtpassung gar nicht gelingt, kommt die A. ins Spiel (Äquilibration). A. werden «in Not» oder unter dem Druck von Unstimmigkeit vorgenommen, sie können sich aber auch «spielend» ergeben, d. h. jemand kann aus Lust «Gleiches» einmal anders angehen oder interpretieren. Piaget nennt das tertiäre Kreisreaktion. Dadurch können sich neue Schemata bilden oder können sich Schemata differenzieren, d. h. aufteilen und spezialisieren. Da die menschlichen Aktivitäten meistens mehrere Schemata im gegenseitigen Verbund erfordern, besteht A. oft auch in der Herstellung von neuen Verbindungen zw. Schemata resp. Schemaverbünden (Struktur, Strukturgenese). A. bereichert das Schemarepertoire und stellt darum einen basalen Entwicklungsprozess dar. Entwicklungsunterstützung sollte darum A. fördern. Das gelingt laut Theorie durch Konfrontation mit Ungleichgewichten oder durch Gewährenlassen von spielerischen Variationen von vertrauten Schemata. Allerdings darf im ersten Fall die «Not» nicht zu groß oder gar bedrohlich sein. Riedel (1967) meint mit informationeller A. die Angleichung der subj. Erwartungswahrscheinlichkeit von Ereignissen an die tatsächliche Auftretenswahrscheinlichkeit. Auch Veränderungsprozesse in der Psychoth. werden als A.prozesse betrachtet, wobei aber auch emot. Aspekte eine wichtige Rolle spielen. Informationstheorie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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