Allport, Gordon Willard

 

(1897–1967), [HIS, PER], einer der Begründer der Personalen Ps., Vertreter des idiografischen Ansatzes. Allport stammte wie sein älterer Bruder Floyd H. Allport aus einer protestantischen Arztfamilie. Studium der Phil. und Wirtschaftswiss. an der Harvard University (A. B.), kurze Zeit tätig als Sozialarbeiter, dann ein Jahr lang Dozent in Istanbul, 1921 Masterprüfung an der Harvard University, dort 1922 Promotion. Ein Stipendium führte ihn nach Dt. (Berlin und Hamburg), wo er die Gestaltpsychologie sowie Sterns Kritischen Personalismus kennenlernte. Nach einem weiteren Jahr in Großbritannien Rückkehr an die Harvard University, wo er – abgesehen von vier Jahren am Darthmouth College – sein Leben lang lehrte. Sein wichtigster Beitrag zur Persönlichkeitspsychologie bestand darin, dass er die Persönlichkeit als Gesamtheit definierte und die behavioristische Sichtweise (Behaviorismus) zurückwies. Neben der Entwicklung seiner Persönlichkeitsps. arbeitete Allport an der Entwicklung von Tests, u. a. zus. mit P. E. Vernon an der Messung von Wertorientierungen in Anlehnung an die Typologie von Spranger (study of values). Weitere Forschungsgebiete von Allport waren die Entstehung und Verbreitung von Gerüchten und die Entstehung von Vorurteilen. Allports Konzept der funktionellen Autonomie der Motive (Motivation) beschreibt die Abkopplung von Motivsystemen von primären Trieben. Zu den Auszeichnungen, die Allport erhielt, gehörte die Ehrenmitgliedschaft der DGPs (Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)).