Alpha-Tocopherol

 

(= α-T.), [BIO, PHA], α-T. ist die am häufigsten vorkommende Form der fettlöslichen Substanzen, die unter dem Sammelbegriff Vitamin E subsumiert werden. Des Weiteren gehören dazu: β-, γ- oder δ-Tocopherol, Tocopherole mit gesättigten Seitenketten, Tocomonoenole und Tocotrienole. Die unterschiedlichen Vitamin-E-Formen finden sich als Bestandteile aller Membranen tierischer Zellen, ihre Synthese ist jedoch nur in photosynthetisch aktiven Organismen wie Pflanzen und Cyanobakterien möglich. α-T. wirkt im Körper als Antioxidans (schützt mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Membranlipiden, Lipoproteinen und Depotfett vor einer Zerstörung durch Oxidation) und als Radikalfänger. Es hat eine wichtige Funktion in der Steuerung der Keimdrüsen und wird daher auch als Antisterilitätsvitamin bez. In natürlichen Quellen kommt Vitamin E in bes. hohen Mengen in pflanzlichen Ölen (Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, rotem Palmöl und Olivenöl) vor. Des Weiteren enthalten auch Nüsse (insbes. Haselnüsse und Mandeln), schwarze Johannisbeeren und rote Paprika reichlich Vitamin E. Das synthetische α-T. wird häufig als Antioxidationsmittel (Zusatzstoff E306) Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetika und Futtermitteln zugesetzt. Der tägliche Mindestbedarf bei Erw. liegt laut Dt. Gesellschaft für Ernährung bei ca. 12 bis 15 mg. Eine Avitaminose ist heute selten und beinhaltet symptomatisch trockene, faltige Haut, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Reizbarkeit, schlecht heilende Wunden, Begünstigung von Arteriosklerose, Dystrophie. Eine tägliche Einnahme von über 400 mg Vitamin E kann mit gesundheitl. Risiken (erhöhtes Herzinfarkt-Risiko) verbunden sein. Seit Längerem wurde der Einsatz von hochdosiertem Vitamin E zur Behandlung von Alzheimer-Demenz und zur Verhinderung von deren Entwicklung bei Pat. mit vordiagnostizierten leichten kog. Beeinträchtigungen (mild cognitive impairment – MCI) untersucht. Die Ergebnisse waren bisher teilweise widersprüchlich und in der Summe nicht überzeugend (Farina et al., 2012). In einer neueren Studie (Dysken et al., 2014) wurde allerdings eine klin. bedeutsame Hinauszögerung des Verlustes alltagspraktischer Aktivitäten bei Pat. mit leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz durch eine tägliche Einnahme von 2000 IU α-T. über einen Zeitraum von 2,3 Jahren berichtet.

Verwendete Literatur

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