Alterität

 

(= A.) [engl. alterity; lat. alter der eine, der andere von beiden], [KOG, PER], bez. jene Phänomene, in denen ein Selbst seinem Außen begegnet und es als anderes konstruiert, um sich der eigenen Identität zu vergewissern (Identität und Selbst). In seinem Kern ist das Konzept der A. mit dem der Identität verbunden. Die Identität eines Menschen, die sich als kontinuierlicher Prozess der Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion beschreiben lässt, ergibt sich aufgrund der Auseinandersetzung eines Individuums mit der sozialen Umwelt. Hier entstehen Begegnungsprozesse mit dem wahrgenommenen anderen, in denen die eigene Identität bestätigt, hinterfragt, (neu) verortet werden kann. A. beschreibt als Konzept den Umstand, dass dieses wahrgenommene andere nicht überindiv. gegeben ist, sondern auf Basis indiv. Erfahrungen, Wissenskonzepte und Selbstverortungen eines Menschen konstruiert wird (Sozialkonstruktivismus). Das andere, dem eine Person begegnet, entsteht in Relation zur Identität eben dieser Person und nicht unabh. davon. In Abgrenzung zu Konzepten der Fremdheit ist A. nicht wertend oder hierarchisierend angelegt, sondern hebt jene Prozesse hervor, die das andere entstehen lassen. Die Beschäftigung mit dem Konzept der A. verdeutlicht zudem, dass in Situationen der Begegnung mit dem anderen nicht nur identitäts-, sondern auch lernrelevante Reflexionsprozesse initiiert werden können (Identität und Lernen).