Altersbilder

 

(= A.), [EW, SOZ], Bez. für indiv. und gesellschaftliche Vorstellungen vom Alter (Zustand des Altseins), vom Altern (Prozess des Älterwerdens) oder von älteren Menschen (die soziale Gruppe älterer Personen). Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher pos. wie neg. A., die einerseits vor dem jew. kult. Hintergrund von Menschen zu sehen sind, andererseits auf den persönlichen Erfahrungen der einzelnen Personen beruhen. Der Sechste Altenbericht der Bundesregierung unterscheidet vier Erscheinungsformen von A.: (1) A. als kollektive Deutungsmuster, z. B. Diskurse über die soziale Stellung älterer Menschen in der Gesellschaft, (2) organisationale und institutionelle A., z. B. i. R. der Diskussion um die Anhebung der Regelaltersgrenze, (3) A. als Elemente der persönlichen Interaktion (z. B. patronisierendes Verhalten gegenüber Älteren, soziale Interaktion) sowie (4) A. als individuelle Vorstellungen und Überzeugungen. In den letzten Jahrzehnten sind in Dt. die indiv. A. pos. geworden, insges. herrscht jedoch weiterhin eine eher defizitorientierte Sicht vor. Eine Reihe von Studien konnte zeigen, dass gesellschaftliche Vorstellungen (Altersstereotype) und indiv. Vorstellungen vom Älterwerden und Altsein zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden können: Wer pos. A. hat, ist mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Jahre später noch gesund und erfreut sich einer höheren Lebenserwartung. Altersidentität, Psychologie des Alterns.

Verwendete Literatur

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