Ammensprache

 

(= A.) [engl. baby-talk], [EW, SOZ], mit A. wird eine Sprechweise (Sprechen, Sprachproduktion) bez., die Erwachsene bei der sprachlichen Interaktion mit Neugeborenen bzw. Kleinkindern im ersten Lebensjahr intuitiv verwenden: Äußerungen erfolgen in hoher Tonlage und korrespondieren damit gut mit den Hörfähigkeiten von Babys. A. legt zudem v. a. auf die prosodischen Elemente der Sprache wert (Prosodie), d. h. auf die Satzmelodie, Intonation, Pausengebung sowie die rhythmischen Merkmale einer Äußerung, Komponenten des Sprechens, für die sehr junge Kinder bes. sensibel sind. Zudem sind die sprachlichen Äußerungen der A. kurz, einfach und werden wiederholt, sodass die Kinder sprachliche Einheiten segmentieren lernen. Ferner wird ein einfacher Wortschatz benutzt. Auf diese Weise erlernen Kinder im ersten Lebensjahr die prosodischen und phonologischen (Phonetik, Phonologie) Regelmäßigkeiten ihrer Muttersprache.

Studien mit wenige Tage alten Kindern haben ergeben, wie wichtig insbes. der Sprachrhythmus für das grobe Erkennen der Muttersprache durch Neugeborene ist. So sind bereits wenige Tage alte Kinder in der Lage, Sprachen versch. rhythmischer Sprachklassen voneinander zu unterscheiden (z. B. Spanisch vs. Englisch), jedoch nicht zw. den Sprachen einer Klasse zu differenzieren (z. B. nicht zw. Englisch, Deutsch und Niederländisch, die der Sprachklasse mit Silbenbetonung angehören). Erst ab dem 5. Lebensmonat beginnen sie die spezif. Merkmale der Muttersprache jenseits des Rhythmus der Muttersprache zu diskriminieren und damit die phonologischen Merkmale der Muttersprache genau kennenzulernen. Sprachentwicklung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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