Amphetaminabhängigkeit, Pharmakotherapie

 

[engl. amphetamine dependency, pharmacology], [PHA]Amphetamine haben aufgrund ihrer dopaminergen und sympathikomimetischen Rezeptoreffekte ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial (Abhängigkeit). Abhängig von ihrem Reinheitsgrad werden sie in der Drogenszene unter versch. Namen verkauft. Bei 0,1 % der 18–64-Jährigen besteht eine Amphetaminabhängigkeit. Wie bei der Kokainabhängigkeit erfolgt die Akuttherapie als qualifizierte Entzugsbehandlung. Ergänzend können bei der Amphetaminabhängigkeit operante Konditionierungsverfahren wie das Kontingenzmanagement z. B. in Form von der Auszahlung kleiner Geldbeträge bei der Abgabe von drogenfreien Urinen angewandt werden. Bei Amphetaminintoxikationen dominieren die vegetativen Symptome wie Hypertonie, Tachykardie, Hyperhidrosis und Mydriasis. Zusätzl. treten Agitiertheit und Ängste auf. Die Behandlung besteht in der Gabe von Benzodiazepinen. Psychotische Symptome (Psychose), welche auch i. R. des Amphetaminentzugssyndroms auftreten können, sollten mit atypischen Antipsychotika therapiert werden. Die Postakutbehandlung wird abhängig von der Erkrankungsschwere des Pat. als stationäre Langzeitentwöhnungsbehandlung oder als hochfrequente ambulante Therapie durchgeführt. Den Schwerpunkt der Behandlung bilden hierbei psychoth. Maßnahmen (zu den Zielen der psychoth. Behandlung s. Kokainabhängigkeit, Pharmakotherapie). Die akt. gültigen AWMF-Leitlinien empfehlen zur medikamentösen Rückfallprophylaxe der Amphetaminabhängigkeit trizyklische Antidepressiva. Außerdem kann eine Substitution mit retardierten Amphetaminen versucht werden. Darüber hinaus erbrachte eine Pilotstudie mit der GABAerg wirksamen Substanz Vigabatrin pos. Ergebnisse. Eine generelle Behandlungsempfehlung kann aktuell aufgrund der ungenügenden Datenlage für keine der Substanzgruppen gegeben werden.

Referenzen und vertiefende Literatur

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