anchored instruction

 

[MD, PÄD], [engl. anchor Anker, instruction Anleitung], bez. das zugrunde liegende Gestaltungsprinzip einer von der Cognition and Technology Group at Vanderbilt 1997 entwickelten Methode des problemorientierten Unterrichtens (Lehrstrategie, problemorientierte). Es handelt sich dabei um eine Lehr-Lern-Methode, die narrative Anker einsetzt, um Lernende zu motivieren (Lernmotivation, aktuelle und habituelle, Lernmotivation, intrinsische und extrinsische) und Interesse zu wecken. Dazu werden i. d. R. Videos gezeigt, in denen Geschichten mit realistischen und komplexen Problemen und Herausforderungen erzählt werden. Die Videos enden, bevor das Problem genau definiert wurde, und die Suche nach der Lösung beginnt (Problemlösen). Die Lernenden müssen zunächst die Probleme eigenständig identifizieren und differenzieren, die für die Lösung des Problems relevanten Informationen der Filmhandlung entnehmen, miteinander in Beziehung setzen sowie die geeigneten Operationen auswählen und durchführen. Alle Informationen, die zur Lösung des Problems notwendig sind, werden in den Videos präsentiert. Eine Bsp.lösung wird erst nach der eigenständigen Problemlösung präsentiert. Ziel ist es, realitätsnahes, situiertes Lernen zu fördern (Cognitive Apprenticeship) und die Lernenden zur aktiven Konstruktion von Wissen (Wissenskonstruktion) anzuregen. Die szenisch-narrative Verankerung authentischer Probleme in kindgerechten Erzählungen dient zum einen der Steuerung der Aufmerksamkeits-, Motivations- und Identifikationsprozesse der Lernenden. Zum anderen wird erwartet, dass die spätere Nutzung des so erworbenen konzeptuellen Wissens in realen Situationen besser gelingt. Eine Dekontextualisierung und Flexibilisierung der Wissensstrukturen soll auch dadurch erreicht werden, dass ein Lerninhalt in unterschiedlichen narrativen Einbettungen präsentiert wird (es werden mehrere Geschichten mit ähnlichen Fragestellungen verwendet (Transfer). Untersuchungen haben gezeigt, dass Lernende mit ungünstigen Lernvoraussetzungen beim Arbeiten mit dieser Methode zusätzliche instruktionale Hilfen (Instruktion, instruktionale Erklärungen) benötigen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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