Anticholinergika

 

[engl. anticholinergics; gr. ἄντι (anti) gegen, χολή (chole) Galle], syn. Cholinolytika, [PHA], Stoffe, die die Wirkung des biogenen Acetylcholins hemmen. Es ist zu unterscheiden zw. Stoffen, die primär cholinerge Neurone des VNS oder ZNS (Nervensystem) beeinflussen, wobei alle ZNS-wirksamen Stoffe auch VNS-wirksam sind, so Physostigmin, Scopolamin, Atropin. Da einige Stoffe nicht die Blut-Hirn-Schranke passieren, gibt es Anticholinergika ohne zentralnervöse Wirkungen (Neostigmin, Butylscopolamin) im Unterschied. Weitere Unterteilungen ergeben sich nach der Art der Rezeptoren (nikotinerg, muskarinerg). Die wichtigsten Anticholinergika sind Atropin und Scopolamin, die Muscarin-Antagonisten sind. Heute sind Substanzen verfügbar, die die Blut-Hirnschranke überwinden und zur Behandlung von extrapyramidalmotorischen Störungen eingesetzt werden. Viele Anticholinergika, die therap. angewendet werden, haben Nebenwirkungen (z. B. Mundtrockenheit). Anticholinergika mit bekannten Angriffsorten werden als Stimuli (Forschungswerkzeuge) in der Tier- und Human-Lernforschung benutzt. So etwa ist das Scopolamin-Modell in der Demenzforschung von Bedeutung für Gedächtnisdefekte. Untersuchungen zeigen Leistungsbeeinträchtigungen, bes. in Gedächtnistests.

Referenzen und vertiefende Literatur

Die Literaturverweise stehen Ihnen nur mit der Premium-Version zur Verfügung.