Antidepressiva

 

(= A.) [engl. antidepressants], [PHA]Psychopharmaka zur Therapie von depressiven Störungen (Depression). A. wurden 1957 mit der Entdeckung von Imipramin und des Monoaminooxidase-Hemmers Iproniazid in die Therapie eingeführt. Sie werden nicht nur zur Akuttherapie, sondern neben Lithium auch zur Prophylaxe rezidivierender depressiver Störungen eingesetzt. Sie können je nach Wirkstoff stimmungsaufhellend, antriebsverbessernd, sedierend und anxiolytisch wirken. Nach strukturchemischen Eigenschaften lassen sich A. unterteilen in: (1) trizyklische A. (z. B. Imipramin, Desipramin, Amitriptylin), (2) tetrazyklische A. (z. B. Maprotilin, Mianserin), (3) chemisch neuartige/andersartige A. (z. B. Viloxazin, Trazodon, Fluoxetin). Nach pharmakol. Wirkungsprinzipien sind unterscheidbar: (1) nicht selektive Monoamin-Rückaufnahmehemmer (NSMRI), wozu die Trizyklika gehören, (2) α-Antagonisten wie Mirtazapin, (3) Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, selektive wie Citalopram, (4) Serotonin-Wiederaufnahmeverstärker wie Tianeptin, (5) selektive Noradrenalin-Rückaufnahmehemmer (SNRI) wie Reboxetin, (6) selektive Serotonin- und Noradrenalin-Rückaufnahmehemmer (SSNR) wie Venlafaxin, (7) Noradrenalin- und Dopamin-Rückaufnahmehemmer (NDRI) wie Bupropion, (8) Melatonin-Agonisten (Melatonin-Agonist) wie Agomelatin und (9) Monoaminooxidase-Hemmer wie Moclobemid. Indikationen für die Behandlung mit A. können depressive Störungen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, somatoforme Störungen, Schmerzen, Chronic-Fatigue-Syndrom, Essstörungen, Schlafstörungen, Persönlichkeitsstörungen und klimakterische Beschwerden sein. Die Verordnung von A. erfolgt i. R. eines Gesamtbehandlungsplans. Nach der verständlichen Vermittlung eines Krankheits- und Behandlungskonzepts kann durch eine gemeinsame Entscheidungsfindung von Arzt und Pat. ein A. ausgesucht werden. Die Behandlung sollte möglichst frühzeitig und in Monotherapie gemäß den Leitlinien zu den entspr. Erkrankungen erfolgen. Die Nebenwirkungen hängen sehr vom Rezeptorprofil der einzelnen Substanz ab.

Verwendete Literatur

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