Approach/Inhibition Theory of Power

 

(= A.), [SOZ, PER], ist eine sozialpsychol. Machttheorie von Keltner et al. (2003). Während bisherige Ansätze, wie Kipnis’ These, dass zu viel Macht korrumpiert, oder die Power-Vigilanz-Hypothese, wonach wenig mächtige Individuen bes. aufmerksam für soziale Hinweisreize sind, nur jew. ein Ende des Machtkontinuums behandelt haben, beschäftigt sich die A. sowohl mit den Konsequenzen hoher Macht als auch mit denen niedriger. In der Theorie wird Macht verstanden als Möglichkeit, Zustände anderer Personen zu verändern, indem Ressourcen oder Bestrafung verabreicht werden oder davon abgesehen wird. Relevante Ressourcen sind z. B. Geld, Wissen, Zuwendung − Bestrafungsmöglichkeiten bspw. Ächtung oder physischer Schmerz. Das erlebte Machtniveau wird beeinflusst durch die wahrgenommene Möglichkeit, Ressourcen und Strafen vergeben zu können.

Die Autoren stellen Bezug zu Grays Reinforcement Sensitivity Theory dar sowie Higgins’ Regulationsfokustheorie. Hohe Macht ist danach mit einer Aktivierung des Annäherungssystems und entspr. automatischen Kognitionen sowie reduzierter Verhaltenshemmung verbunden. Niedrige Macht dagegen ist mit Aktivierung des Vermeidungssystems, kontrollierten Kognitionen und Verhaltenseinschränkung assoziiert. Analog postuliert die Theorie, dass bei Macht ein Promotionsfokus aktiviert und damit pos. Emotionen und erhöhte Aufmerksamkeit für potentielle Belohnungen entstehen. Niedrige Macht ist dagegen mit Präventionsfokus, neg. Emotionen und gesteigerter Aufmerksamkeit auf Bedrohungen und deren Vermeidung verbunden. Konsequenzen von Macht werden auf dieser Basis mittels der power approach-Annahme durch das Annäherungssystem und den Promotionsfokus, Konsequenzen von Ohnmacht mittels der power inhibition-Annahme durch das Vermeidungssystem und den Präventionsfokus erklärt. In einem Literaturüberblick berichten Keltner et al. (2003) zahlreiche unterstützende Befunde aus dem emot., kogn. und behavioralen Bereich.

Referenzen und vertiefende Literatur

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