Arbeit

 

(= A.) [engl. work; gr. πονος (ponos), mhd. arebeit, beides Not, Mühsal; das frz. travail stammt vom lat. tripalium(Palus) Pfahl, dem aus Pfählen bestehenden Joch der Zugtiere], [AO], menschliche A. kann allg. als eine Leistungserbringung durch Ausführung oder Bearbeitung von Aufgaben durch Personen definiert werden, die für andere Personen oder sie selbst finanziellen oder anderen Nutzen erwarten lässt. A. ist aber nicht nur die mit Geld entlohnte sog. Lohn- oder Erwerbsarbeit, sondern auch unbezahlte Hausa. oder ehrenamtliche Tätigkeit. Alltagssprachlich wird A. entspr. der etymologischen Bedeutung oft als anstrengende Tätigkeit gesehen und dem Spiel gegenübergestellt. Nach humanistischen Vorstellungen ist dieser Ggs. im Ideal jedoch aufhebbar. A. kann mit Spaß und A.freude verbunden sein (life domain balance). Die Ausführung der A. erfolgt oft in bewusst geplanter Arbeitsteilung, koordiniert oder kooperativ (Organisation).

Je nach Wissenschaftsauffassung wird A. unterschiedlich definiert. Hellpach (1925) charakterisiert die A. als fortgesetzte, angespannte und geordnete Tätigkeit, die der Erzeugung, Beschaffung, Umwandlung, Verteilung oder Benutzung von materiellen oder ideellen Daseinsgütern dient. Hoyos (1974) versteht A. als Aktivität, die im Rahmen best. Aufgaben entfaltet wird und zu einem materiellen und/oder immateriellen A.ergebnis führt, das in einem Normensystem (Normen, soziale) bewertet werden kann. Nach Auffassung arbeitspsychol. Tätigkeits- und Handlungstheorien (Hacker, 2005, Volpert, 1974) eignen sich die Menschen durch ihre A.tätigkeit Erfahrungen und Wissen über die physische und soziale Wirklichkeit sowie eigene Fähigkeiten und Möglichkeiten an. Zudem verändern sie sich durch Lernen in der A. In Anlehnung an Karl Marx sieht Rubinstein (1971) das Charakteristische der menschlichen A. in einer Ausführung einer best. Aufgabe und der bewussten, zielgerichteten Tätigkeit, die sich auf die Verwirklichung eines Resultats richtet, das vor der Handlung in der Vorstellung des Arbeitenden gegeben ist und durch den Willen entsprechend dem bewussten Ziel reguliert wird. Resch (1991) betont, dass A. die Schaffung von Mitteln für spätere Zwecke ist, und unterscheidet zw. herstellender und nutzender Person. Als Teil eines kooperativen Handlungszusammenhangs ist sie A. für andere. Unter diese Def. fällt nicht nur die durch Löhne oder Gehälter bezahlte sog. Erwerbsarbeit oder Berufsarbeit, sondern auch die Hausarbeit (Frauenarbeit). Der A.begriff sollte auch auf die Bewältigung von Aufgaben erweitert werden, die nicht der Daseinssicherung oder konkreten Zielen dienen, sondern als Selbstzweck oder kult. Ritual ohne erkennbaren Nutzen ausgeführt werden (Arbeit, geschlechtsspezifische Aspekte, Arbeitspsychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie). Ein spez. Thema ist die sog. Emotionsarbeit, bei der die Beschäftigten nach außen ein best. Gefühl, z. B. Freundlichkeit gegenüber Kunden zeigen müssen, auch wenn dies nicht mit den inneren Empfindungen übereinstimmt.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.