Arbeitsabwesenheit

 

(= A.) [engl. absenteeism], syn. Absentismus, [AO], bez. die meist mind. eintägige Abwesenheit vom Arbeitsplatz, i. d. R. aus Krankheitsgründen. Als Kennziffern sind gebräuchlich: (1) der Prozentsatz der abwesenden Mitarbeiter (Abwesenheitsrate) für eine Organisation oder Abteilung. (2) Die durchschnittliche Anzahl der Abwesenheitstage der Organisationsmitglieder im Jahr. (3) Die Anzahl der A. der Organisationsmitglieder (unabhängig von ihrer jew. Dauer) pro Jahr. Die Kennziffern lassen sich meist nur durch Angaben der Befragten erfassen und können dadurch systematisch verzerrt sein, weil A. ein sozial unerwünschtes Verhalten ist (Johns, 1994). Wegen der mit der Abwesenheitsrate verbundenen erheblichen Kosten für die Organisation und die Krankenkassen werden in größeren Betrieben regelmäßig stat. Analysen über Höhe, Verlauf und Bereiche durchgeführt, in denen höhere Abwesenheitsraten auftreten. In der Fachliteratur wird A. nicht nur auf Erkrankungen, sondern psychol. z. T. als Rückzugsverhalten, Ausdrucksform eines unorganisierten Konfliktes, abweichendes Verhalten und auf unterschiedliche kult. Normen beim Krankheitsverhalten zurückgeführt. Empfohlen werden med. und psychol. Untersuchungen sowie Maßnahmen der Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung. Zur Klärung der indiv. Ursachen und Verringerung der Abwesenheit werden in der Praxis Interviews mit den Mitarbeitern direkt nach ihrer Abwesenheit (Rückkehrergespräche) durchgeführt. Zur Minderung von arbeitsbedingtem Stress und zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens werden sog. Gesundheitszirkel empfohlen. Stress am Arbeitsplatz, Gesundheitsförderung in Organisationen, Ggs. Präsentismus.

Referenzen und vertiefende Literatur

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