Arbeitsgruppe

 

(= A.) [engl. working group], [AO, SOZ], spezielle Gruppe, deren Zweck darin besteht, gemeinsam oder in koordinierter Arbeitsteilung Arbeitsleistungen zu erbringen (Arbeit, Aufgabe). Wie andere Gruppen können A. mit Face-to-face-Kontakt sehr schnell ein Wir-Gefühl, gemeinsame Werte und Normen (insbes. Leistungsnormen; Normen, soziale; Gruppennorm) entwickeln. Kleine, eng und mit gemeinsamen Zielen kooperierende A. werden oft als Teams bez. Einem Arbeitsteam werden im Unterschied zur A. häufig positivere Gruppenmerkmale zugeschrieben, wie bspw. bes. gut funktionierende Kooperationen, ein stark ausgeprägtes Wir-Gefühl und geringe interne Hierarchien (Kauffeld, 2001, Wegge, 2006). Allerdings wird – trotz derartiger Differenzierungen – eine Trennung der Begriffe A. und Arbeitsteam als nicht sinnvoll erachtet, da zwar durchaus Unterschiede postuliert werden können, aber aufgrund fehlender verbindlicher Maßstäbe kaum eine exakte Trennung der Begriffe möglich ist (West, 1996). Demnach können A. und Arbeitsteam als weitgehend identische Begriffe verwendet werden.

Zur Analyse von A. gibt es verschiedene Methoden (van Dick et al., 2018). Der Teamerfolg kann anhand der zielbezogenen Leistungsergebnisse (Quantität und Qualität) und Innovationskraft, aber auch Arbeitszufriedenheit und Zusammenhalt der Teammitglieder erfasst werden (Brodbeck, 2007). Mit einem positiven Teamklima können langfristige Leistungen und Innovationen vorhergesagt werden. Eine bewährte Methode ist der Fragebogen zur Arbeit im Team (FAT). Teams, die regelmäßig über ihre Aufgaben und Prozesse, Ziele und Strategien reflektieren, zeigen v. a. bei komplexen Aufgaben höhere Produktivität, Innovativität und Konfliktlösung (van Dick et al., 2018). Die dt. Fassung eines Fragebogens zur Teamreflexivität von West und Markiewics (2004) haben van Dick und West (2013) publiziert.

Teamarbeit wird in Organisationen als vorteilhaft gesehen. Als Vorteile von A. gelten eine höhere Leistungsmenge und -qualität bei der Lösung komplexer Probleme, Möglichkeiten der Koordination mehrerer, zeitgleich zu erfüllender Funktionen sowie auf indiv. Ebene eine Förderung von Lernbereitschaft und Flexibilität. Es können jedoch auch Motivationsverluste und Leistungseinbußen sowie Konflikte durch «Trittbrettfahren» (soziales Faulenzen) oder andere Probleme entstehen. Die Zusammensetzung, Gestaltung und Einführung von Gruppenarbeit erfordert deshalb große Sorgfalt (van Dick et al., 2018). Wichtige Instrumente sind Zielvereinbarungen mit Gruppen (Zielvereinbarungsgespräche) und eine systematische Förderung der Teamreflexivität bei der Teamentwicklung. Teamklima-Inventar (TKI).

Verwendete Literatur

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