Arbeitspsychologie

 

(= A.) [engl. industrial psychology, occupational psychology, work psychology], [AO], i. e. S. wird die A. als Teilgebiet der Arbeits- und Organisationsps. [s. Gebietsüberblick «Arbeits- und Organisationspsychologie»] verstanden. Ihr zentraler Gegenstand ist die psychol. Untersuchung und Veränderung der menschlichen Arbeit oder Arbeitstätigkeit und Arbeitsgestaltung  (Nerdinger et al., 2019). Nach weit gefasstem Verständnis umfasst die A. als Oberbegriff die gesamte psychol. Erforschung menschlicher Arbeit unter Einschluss der Mikro- und Makroebenen der Organisation und Gesellschaft sowie ihrer historischen Entwicklungslinien (Ulich, 2011) und überschneidet sich insbes. in ihrem Gebiet mit der Organisationspsychologie. Zus. mit anderen Disziplinen, wie Ingenieurwissenschaften, Arbeitsmedizin, Biologie, Ökonomie, Soziologie und Pädagogik (vgl. auch Arbeitsphysiologie) bildet die A. als Teildisziplin neben anderen psychol. Teilgebieten (insbes. Ingenieurpsychologie, Mensch-Computer-Interaktion, Organisationspsychologie) eine der sog. Aspektwissenschaften der interdisziplinären Arbeitswissenschaft. Konzepte und Theorien der A. zielen i. Allg. auf eine Erhöhung der Effizienz und Effektivität sowie gleichzeitig auf eine Verbesserung der Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation, der psych. Gesundheit (Gesundheit, berufliche Bedingungen), der Qualifizierung in der Arbeit und Persönlichkeitsentwicklung ab (s. auch berufliche Sozialisation). Im Mittelpunkt stehen Konzepte zur Arbeitsgestaltung und Gruppenarbeit.

 In der dt.sprachigen A. hat die arbeitspsychol. Handlungstheorie (oder Handlungsregulationstheorie, Volpert, 1992; s. auch Arbeit) eine große Bedeutung erlangt. Sie behandelt die zielgerichtete Planung und die inneren Regulationsprozesse beim Handeln sowie die langfristige Förderung des Wohlbefindens und der Persönlichkeitsentwicklung (insbes. die Qualifizierung) durch Maßnahmen der Arbeitsgestaltung («vollständige Arbeitstätigkeit»). Zur Analyse und Bewertung von Aufgaben und Arbeitstätigkeiten nach psychol. Kriterien der Arbeitsgestaltung wurden in der A. zahlreiche Methoden der Arbeitsanalyse  bzw. Aufgabenanalyse und Tätigkeitsanalyse konstruiert. Wiss. fundierte Analyse- und Interventionsmethoden der A. werden in Greif & Hamborg (2018) beschrieben. 

Referenzen und vertiefende Literatur

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