Assimilationsschema

 

[engl. assimilation pattern; lat. similis ähnlich, gr. σχήμα (schema) Gestalt, Form, Haltung], syn. Schema, [EW, KOG], Assimilationsschemata stellen den Kern der Kognitionen im System von Piaget (Entwicklung, Stufentheorie nach Piaget) dar. Ein Assimilationsschema ist die typische Art und Weise, wie ein Individuum eine best. Klasse von Objekten erkennt und handhabt, z. B. das Schema der Reaktion auf die Mutterbrust, die Schemata des Greifens und des Werfens eines Steins. Piaget definierte: «Wir werden an den Handlungen das als Handlungsschema bez., was von einer Situation auf die andere übertragbar, generalisierbar oder differenzierbar ist, anders gesagt, was versch. Wiederholungen oder Anwendungen der gleichen Handlung gemeinsam ist.» Schemata vereinfachen den Umgang mit der Welt, weil sie aus Verschiedenem Gleiches machen. Schemata stellen einen Niederschlag von Erfahrungen dar, indem sie dem Organismus ermöglichen, versch. Dinge gleich zu handhaben. Aber natürlich betreiben Schemata auch Selektion und Interpretation, ja Deformation. Das macht den sog. konstruktivistischen Ansatz Piagets aus (Konstruktivismus). Wenn versch. Schemata gleichzeitig aktiv sind, kann es vorkommen, dass sie widersprüchliche Ergebnisse liefern. Dann ist Akkommodation gefordert. Tatsächlich laufen dauernd Assimilations- und Akkommodationsprozesse gleichzeitig ab. So ergibt sich Kontinuität und Veränderung über die Zeit. Es sind immer mehrere Schemata gleichzeitig in Aktion. Daraus entsteht ein Druck zur Koordination in kogn. Strukturen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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