Assoziation

 

(= A.) [engl. association; lat. associare verbinden, socius Verbündeter, neulat. Vergesellschaftung, J. Locke], [KOG], eine Verknüpfung seelischer Inhalte, die sich darin zeigt, dass das Auftreten des einen das Bewusstwerden des anderen (mit ihm Assoziierten) nach sich zieht oder wenigstens begünstigt. Ursprünglich und i. e. S. bezieht sich der Begriff A. auf die Verbindung von Vorstellungen («Ideenassoziation»; Vorstellung), es können sich aber auch andere seelische Vorgänge bzw. Inhalte miteinander verbinden, z. B. Vorstellungen mit Gefühlen. Die bedingte Reaktion (bedingter Reflex) kann als A. zw. seelischen und körperlichen Vorgängen aufgefasst werden. Die A. ist nach Auffassung der A.-Theoretiker Grundlage jeder Gedächtnisleistung, die Vorbedingung der Reproduktion von früher Erlebtem. Offner verwies auf die Beobachtung, dass es auch mittelbare (überspringende) A. gebe. Ebbinghaus untersuchte als Erster die Gesetzmäßigkeiten der Bildung von A. im Experiment («Über das Gedächtnis», Ebbinghaus, 1885). Assoziationsgesetze.

Theoret. wurde der Begriff der A. auch zur Def. der sog. assoziativen Bedeutung (associative meaning, Begriff) herangezogen. Ähnlich wurde das A.konzept (associative concept) zur Beschreibung von Wortfeldern (Wortfeld) als assoziativen Strukturen (associative structures) zw. mehreren Wörtern herangezogen (Deese, 1962; Deese-Roediger-McDermott-Paradigma). A.strukturen finden ihren Ausdruck u. a. im sog. clustering (cluster, clustering). Beides rückt die A. in größte Nähe zum Denken. Die intersubj. Übereinstimmung von A.verläufen wird als Kommunalität bez. Assoziationen, räumlich-numerische, AssoziationstheorieTransfer.

Referenzen und vertiefende Literatur

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