Assoziationen, freie

 

(= f. A.), [engl. free association], [KOG], kognitionspsychol. die von keiner bewussten Absicht gelenkten, spontanen oder durch ein vorgegebenes Element (z. B. Wort oder Zahl) provozierten Gedankengänge (Denken). [KLI], von Freud entwickelte Methode zur Erforschung unbewusster Bedeutungszus.hänge (Unbewusstes): Alle Gedanken und Gefühle sollen spontan geäußert werden, auch wenn sie als peinlich oder unwichtig angesehen werden. Alle kritischen Einwände gegen das Aussprechen der Einfälle sollen zurückgestellt werden. In der psychoanalytischen Behandlung wird mithilfe dieser «Grundregel» versucht, die bewusste Kontrolle zu reduzieren, um einen besseren Zugang zum Unbewussten zu erreichen. Dieser Prozess kann durch das Liegen auf einer Couch unterstützt werden. Sich wiederholende Bedeutungsmuster, ausgesparte Themen, Widersprüche und Brüche in den f. A. geben wichtige Hinweise auf verdrängte Wünsche, Abwehrmechanismen (Abwehrmechanismen des Ich), unbewusste Beziehungsstrukturen oder traumatische Erfahrungen. Die Methode der f. A. wurde von Freud zw. 1892 und 1898 erarbeitet, nachdem er festgestellt hatte, dass der Erfolg von Hypnose und Suggestion für die Aufdeckung des Unbewussten und die Behandlung seiner Pat. begrenzt war. Parallel dazu entwickelte er mithilfe der f. A. die Selbstanalyse seiner Träume weiter und schuf so die Grundlagen für seine Traumlehre. Damit war der Schritt zur Entwicklung einer genuin psychoanalytischen Forschungsmethode getan. Die f. A. wird auch als Verfahren außerhalb therap. Zusammenhänge angewandt (z. B. Marktforschung, Analyse der Wirkung eines Kunstwerks). Während sich die praktische Anwendung der f. A. bis heute kaum verändert hat, wird ihr theoretisches Verständnis i. R. versch. psychoanalytischer Schulen unterschiedlich gesehen.

Verwendete Literatur

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