Assoziationstheorie

 

(= A.) [engl. association theory; lat. associare verbinden], [KOG], Assoziation wurde sowohl als zu erklärendes Phänomen untersucht, als auch als Erklärungsprinzip herangezogen. Die A. betrachtet die Assoziation als Erklärungsprinzip. Das Assoziationskonzept wurde u. a. verwendet, um die Entstehung von Wortbedeutung, best. Phänomene des verbalen Lernens und gewisse Regelhaftigkeiten der Sprachproduktion zu erklären. Zur Erklärung der Entstehung von Wortbedeutungen wurde i. R. der Konditionierungstheorie vornehmlich das Prinzip der Kontiguität (Assoziationsgesetze) herangezogen. Nach einer eingeschränkteren Position wird durch Konditionierung nur die affektive Bedeutung erworben. Phänomene des verbalen Lernens wurden sowohl durch das Prinzip der Kontiguität als auch durch das der Ähnlichkeit erklärt. Die Kontiguität wurde bes. zur Erklärung des seriellen Lernens herangezogen. Das Erlernen einer Reihe nicht durch Sinnbezüge verbundener sinnloser Silben lässt sich z. B. als systematische und kontrollierte Realisation von Kontiguitäten zw. Silben interpretieren. Jedes Glied der Kette ist sowohl Reaktion auf das vorangehende als auch Reiz für die Produktion des folgenden Gliedes. Zw. den Gliedern der Kette bilden sich assoziative Verbindungen. Die Erforschung der hierbei auftretenden Gesetzmäßigkeiten beginnt bei Ebbinghaus (1885) und reicht bis zu der komplizierten Theorie des seriellen Lernens von Hull (1943). Im Mittelpunkt der Erforschung des Paar-Assoziations-Lernens steht die Frage, ob sich Assoziationen allmählich oder nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip herausbilden (Estes, 1964). Die Erklärung des verbalen Lernens durch das Prinzip der Ähnlichkeit bereitete lange Zeit Schwierigkeiten, da man die Ähnlichkeit der Wörter einer Liste über die Stärke ihrer assoziativen Verbindungen operationalisierte. Hinsichtlich der Vorhersage von Lerneffekten bei variierten assoziativen Eigenschaften des zu lernenden Materials weist Tulving (1968) deshalb zu Recht darauf hin, dass Lerneffekte hierdurch nicht erklärt werden, sondern dass nur gezeigt wird, dass best. in freien Assoziationsversuchen zu beobachtende Phänomene auch im Lernexperiment beobachtet werden können. Die Erklärung von best. Phänomenen des verbalen Lernens durch das Prinzip der Ähnlichkeit ist dagegen solchen Ansätzen gelungen, die das Konzept des semantischen Merkmals heranziehen. Bei diesem Erklärungsansatz werden die alten Prinzipien von Ähnlichkeit und Kontrast (Assoziationsgesetze) wieder aufgegriffen, jetzt aber im Rahmen der Merkmalstheorie der Wortbedeutung schärfer definiert. Zwei Wörter sind hiernach umso ähnlicher, je mehr semantische Merkmale sie teilen. Auch assoziative Regelhaftigkeiten, wie sie sich bei der Sprachproduktion und in Assoziationsversuchen zeigen, werden aus den Merkmalsstrukturen der beteiligten Wörter vorhergesagt (Clark, 1970). Über das Merkmalskonzept wird ferner jeder Vorgang präziser gefasst, der als Priming bzw. assoziative Aktivierung bez. wird.

Referenzen und vertiefende Literatur

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