Aufgabenschwierigkeit, subjektive

 

(= s.A.) [engl. subjective item/task diffculty], [EM, PÄD], die s.A. ist die subj. Wahrscheinlichkeit (bspw. angegeben in Prozent), mit der eine Person glaubt, eine Aufgabe lösen zu können. Liegt die subj. Lösungswahrscheinlichkeit bspw. über 90%, so ist die Person der Auffassung, eine Aufgabe sei sehr leicht (niedrige s.A.). Und umgekehrt: Liegt die subj. Lösungswahrscheinlichkeit bspw. unter 10%, so ist die Person der Auffassung, eine Aufgabe sei sehr schwierig (hohe s.A.). Die s.A. ist eines der zentralen Konzepte der Motivationsforschung und in mehreren Motivationstheorien bedeutsam. Zwei Aspekte sind hierbei bemerkenswert: (1) Anhand von LewinsFeldtheorie und seiner Theorie der resultierenden Valenz wird deutlich, dass obj. Aufgabenschwierigkeiten das Handeln mitunter wenig gut vorhersagen. Ob eine Person eine Leistungssituation in Angriff nimmt oder nicht, hängt in erster Linie nicht von der obj., sondern der s.A. ab. Eine «obj.» leichte Aufgabe etwa wird von den weitaus meisten Personen gelöst – diese kann aber dennoch von einer best. Person für sehr schwierig gehalten werden. Das Handeln dieser Person wird von ihrer subj. Wahrnehmung geleitet und nicht von «obj.» Zahlen. (2) Das Konzept der s.A. weist enge Bezüge zum Konzept des Anreizes (Anreiz) auf. Die meisten Motivationstheorien nehmen an, dass schwierige Aufgaben (hohe s.A.) einen höheren Anreiz aufweisen als leichte Aufgaben (niedrige s.A.). Die s.A. steht also in einer linearen Beziehung zum Konzept des Anreizes (dem subj. Wert einer Aufgabe): Je schwieriger die Aufgabe, desto größer ist der Anreiz im Falle einer erfolgreichen Bewältigung. Die Bewältigung sehr leichter Aufgaben dagegen hat nur einen geringen Anreiz.

Verwendete Literatur

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