Aufmerksamkeit, crossmodale

 

(= c. A.) [engl. crossmodal attention], [KOG, WA], umfasst jene kognitiven Prozesse, die es ermöglichen, die Aufmerksamkeit über alle sensorischen Modalitäten hinweg zu koordinieren (Wahrnehmung). Zentral ist hierbei die Frage, inwiefern die Aufmerksamkeitsverteilung modalitätsspezif. bzw. modalitätsübergreifend ist. C. Interaktionen bzgl. der Aufmerksamkeit treten für die meisten Kombinationen von visuellen (visuelle Wahrnehmung), auditiven (Hören), taktilen (Hautsinne), olfaktorischen (Geruch), gustatorischen (Geschmack) und auch schmerzhaften Stimuli auf (Calvert et al., 2004). Generell sind c. Effekte wahrscheinlicher, wenn nicht auf rein perzeptuelle (z. B. Farbe oder Tonhöhe; Ton), sondern auf amodale Eigenschaften (z. B. Lokalisation eines Stimulus) reagiert werden muss. Zudem sind Phänomene wie der attentional blinkUnaufmerksamkeitsblindheit und repetition blindness innerhalb der Modalitäten bes. stark ausgeprägt, was darauf hinweist, dass Aufmerksamkeitsressourcen innerhalb einer Modalität stärker begrenzt sind als zw. Modalitäten. In Bezug auf die räumliche c. A. konvergieren aktuelle Forschungsergebnisse dahingehend, dass bei endogener Aufmerksamkeitslenkung stärkere crossmodale Effekte auftreten als bei exogener Aufmerksamkeitslenkung (Spence & Driver, 2004). Zur Erforschung der c. A. sind neben behavioralen auch neurowiss. Daten relevant. Zusammenfassend finden sich Belege für modalitätsspezifische (z. B. der superiore occipitale Gyrus für visuelle Verarbeitung) sowie modalitätsübergreifende (z. B. der superiore Colliculus, der intraparietale Sulcus) Gehirnregionen), die aufmerksamkeitsrelevant sind, wenn versch. Kombinationen von Modalitäten involviert sind. In der Forschung lag bislang der Fokus auf räumlicher c. A.

Referenzen und vertiefende Literatur

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