Aufmerksamkeit, selektive; Entwicklung

 

(= s.A.) [engl. development of selective attention], [EW, KOG] ist die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit auf spezif. Objekte oder Ereignisse auszurichten und gleichzeitig andere Vorgänge in der Umwelt als irrelevant zu ignorieren. Man unterscheidet drei Aufmerksamkeitssysteme, die nach Ruff & Rothbart (1996) in der frühen Kindheit entstehen. Das posteriore, reaktive Aufmerksamkeitsnetzwerk besteht aus dem «Wo»- und dem «Was»-Netzwerk. Das Wo-Netzwerk dient der Orientierung hin auf Ereignisse oder Objekte. Das Was-Netzwerk dient der Exploration dieser Ereignisse oder Objekte. Das reaktive Aufmerksamkeitssystem steuert die kindliche Aufmerksamkeit zw. ca. drei und neun Lebensmonaten. Es bewirkt, dass Säuglinge ihre Aufmerksamkeit auf neue Aspekte ihrer Umwelt richten. Mit neun bis zwölf Monaten wird das anteriore, exekutive Aufmerksamkeitssystem funktional. Es dient der willentlichen Steuerung der Aufmerksamkeit und kontrolliert das reaktive Aufmerksamkeitssystem. Es sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum hinweg auf ein Objekt oder Ereignis fokussiert werden kann. Ein drittes Aufmerksamkeitssystem ist das der wachen Aufmerksamkeit/Alarmbereitschaft i. S. eines Erregungszustandes, der eine effiziente Verarbeitung von Informationen sicherstellt. Die s.A. entwickelt sich in der Vorschul- und Schulzeit weiter. Diese lange Entwicklung ergibt sich aus der gleichfalls langen Entwicklungszeit des frontalen Kortex, der eine wesentliche Determinante der s.A. ist.

Referenzen und vertiefende Literatur

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