augmenting-reducing

 

[engl. vergrößern-verringern], [PER, WA], Konstrukt, das erstmalig von Petrie (1967) genannt wird; im Kontext der Stimulations-Intensitäts-Modulations-Theorie beschreibt das Persönlichkeitskonstrukt augmenting-reducing die stabile Disposition einer Person zur Abschwächung oder Verstärkung der subj. empfundenen Intensität sensorischer Reize. Nach diesem Ansatz werden Personen, die sensorische Stimulation im Allgemeinen abschwächen, als Reducer, Personen, die Stimulation verstärken, als Augmenter bezeichnet. Diese Eigenschaft soll u. a. der Kinästhetik-Figural-Effekt (KFA) messen. Dabei lässt man Pbn mit verbundenen Augen versch. große Holzblöcke oder Würfel mit Daumen und Zeigefinger ertasten und deren Kantenlänge schätzen. Der Test hat drei Durchgänge, wobei beim 2. Durchgang der Würfel mit größerer oder kleinerer Kantenlänge als beim 1. Durchgang präsentiert wird. Beim 3. Durchgang entsprechen die Kantenlängen des Würfels denen des 1. Durchgangs. Ist die Schätzung beim 3. Durchgang größer als beim ersten, spricht Petrie von (Stimulus-)Augmentern. Ist der Schätzbetrag kleiner als beim ersten Durchgang, handelt es sich um einen (Stimulus-)Reducer. Als weitere Merkmale werden verwendet: der von Vando 1969 entwickelte Fragebogen und die von Buchsbaum und Silverman bestimmte P1-N1-Amplitude im evozierten Potenzial. Als Augmenter werden jene Pbn bez., die eine Zunahme dieser Amplitude mit steigender Reizintensität aufweisen. Bei Reducern dagegen reduziert sich die Reaktivität. Als Konsequenz auf diese zentralnervöse Besonderheit wurde schließlich angenommen, dass die unterschiedlichen Personen unterschiedlich tolerant gegenüber intensiven Reizen sind. Da die Begriffe Augmenter und Reducer in versch. Ansätzen jedoch zeitweise nicht konsistent verwendet wurden, schlugen Davis et al. (1983) einen Integrationsversuch vor, nach dem letztlich zwei Persönlichkeitstypen unterschieden werden können: (1) Personen, die empfindlich gegenüber Reizen und eher introvertiert sind, die eine geringe Toleranz gegenüber steigender Reiz-Intensität haben und somit starke Stimulation vermeiden. (2) Personen, die relativ unempfindlich gegenüber Reizen und eher extravertiert sind, eine hohe Toleranz gegenüber steigender Reiz-Intensität haben und somit starke Stimulation suchen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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