Ausdruckstheorien

 

[engl. theories of expression], [SOZ], Theorien über das Entstehen und Verstehen der Ausdruckserscheinungen. (1) Zum Entstehen: (a) Darwins phylogenetische Theorie führt die «assoziierten Gewohnheiten», die «konservierten habits» und direkte Wirkungen des Nervensystems (z. B. sei das Muskelzittern durch Kraftüberschuss im Energieumsatz erklärbar) sowie das Prinzip des Ggs., nach dem entgegengesetzte Seelenzustände zu einem entgegengesetzten Ausdruck führen (z. B. Mundwinkel beim Lachen und Weinen), zur Begründung heran. (b) Wundts psychophysisches Prinzip sieht den Grund der Ausdruckserscheinungen darin, dass «mit jeder Veränderung psych. Zustände, Veränderungen physischer Korrelatvorgänge verbunden sind». (2) Zum Verstehen: (a) Die Analogieschlusstheorie meint, dass der beobachtete Ausdruck beim anderen nur in Analogie zum eigenen Erleben verstanden werden kann. (b) Die Assoziationstheorie behauptet die feste Assoziation zw. Ausdruck und Vorstellung. (c) Die Rudimententheorie nimmt rudimentäre Mitbewegungen als Grundlage des Ausdrucksverstehens an (Carpenter-Effekt). (d) Die Einfühlungstheorie besagt, dass die Wahrnehmung fremden Ausdrucks das Nach- und Miterleben auslöse (Lipps). (e) Die Evidenztheorie verneint, dass der Ausdruck mittelbar zum Verstehen fremden Seelenlebens beitrage, sondern unmittelbar werde im Ausdruck dessen Bedeutungsgehalt mit erfasst. (f) Nachahmungs- und Lerntheorie. (g) Personzentrierte, organisationstheoretische Betrachtung (Krueger, Lewin, K. Bühler, Kafka, Kirchhoff). Ausdrucksbewegungen sind nach ihrem Ausmaß, ihrer Gerichtetheit und nach ihrer Positionalität zu beachten und zu deuten. Nach Kirchhoff ist Positionalität das spezif. Wie, das «besondere In-Position-Sein des Menschen zu sich selbst und seiner Welt» (Holzkamp). Hinsichtlich der Positionalität ist also die jew. Funktion und Wertigkeit des Ausdrucks zu beachten (expressiv, kommunikativ, reaktiv). nicht verbale Kommunikation.