Automotiv-Theorie

 

[engl. automotive theory; gr. αὐτός (autos) selbst, lat. motivum Beweggrund, Anlass] [EM], die Theorie (Bargh, 1990) nimmt an, dass das Streben nach einem Ziel durch automatische Prozesse unterstützt wird. Das führt dazu, dass man unverzüglich und ohne große Anstrengung Umweltbedingungen nützt, die das Erreichen eines Ziels erleichtern. Dadurch kann man selbst in einer komplexen Umwelt sein Ziel zu verfolgen, auch wenn die Aufmerksamkeit anderweitig ausgerichtet ist. Weiterhin wird angenommen, dass Ziele mental genauso repräsentiert sind wie andere Kognitionen (z. B. Erwartungen, Stereotype). Somit können Ziele genauso wie andere Kognitionen durch das Auftauchen best. Situationen in der aktuellen Umwelt automatisch aktiviert werden, wenn sie mit diesen in der Vergangenheit wiederholt zus. auftraten. Wenn bspw. ein Schüler sich beim Auftauchen seines Vaters wiederholt ganz bewusst ein Leistungsziel gesetzt hat, kann auf Dauer dieses Ziel automatisch (d. h. ohne bewussten Willensakt) allein schon durch die Anwesenheit des Vaters aktiviert werden. Unbewusst aktivierte Ziele zeigen viele der Effekte auf Gedanken und Verhalten, die für bewusst gesetzte Ziele gelten. Um ein Ziel unbewusst zu aktivieren, wird häufig so vorgegangen: Versuchsteilnehmer denken über einen Sachverhalt nach, der (angeblich) nichts mit der eigentlich zu lösenden Aufgabe zu tun hat. Anschließend erfolgt die Präsentation einer zweiten Aufgabe, um die Wirkung des zuvor unbewusst aktivierten Ziels zu messen. Will man bspw. unbewusst das Ziel aktivieren, sich einen fairen Eindruck von einer anderen Person zu bilden, kann man Versuchsteilnehmer bitten, eine Satzkonstruktionsaufgabe durchzuführen, bei der einige der Wörter mit dem Bilden eines fairen Eindrucks zu tun haben. Anschließend wird dann die zweite Aufgabe vorgelegt, anhand derer überprüft wird, ob durch die Satzkonstruktionsaufgabe tatsächlich das Ziel, sich einen fairen Eindruck zu bilden, aktiviert wurde. Bargh & Chartrand (2000) konnten zeigen, dass dies tatsächlich der Fall ist.

Verwendete Literatur

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