Balance-Theorien, Gleichgewichtstheorien

 

(= B.) [engl. balance theories], [SOZ], zählen zur Gruppe der klass. Einstellungstheorien, die davon ausgehen, dass inkonsistente Beziehungen zw. Personen und ihren Einstellungen zu Einstellungsänderungen führen, die darauf ausgerichtet sind, konsistente Einstellungssysteme zu erzielen. Heider hat 1946 (Heider, 1958) als Erster eine derartige Gleichgewichtstheorie aufgestellt.

Der prinzipielle Aufbau und die Funktionsweise der Theorie wird in einer Triade expliziert, in der eine Person p zu einer anderen Person o (the other) eine Beziehung bzw. eine Einstellung hat und beide eine Einstellung zu einem Gegenstand x. Gleichgewicht herrscht immer dann, wenn die Person p sowohl zur anderen Person o als auch zum Gegenstand x eine pos. bzw. neg. Beziehung hat und die andere Person o eine pos. Beziehung zum Gegenstand x. Oder wenn die Person p unterschiedliche Beziehungen zur anderen Person o und dem Gegenstand x hat (also einen Aspekt pos., den anderen neg. bewertet) und gleichzeitig die andere Person o eine neg. Beziehung zum Gegenstand x hat. In allen anderen Fällen wird das System als nicht balanciert wahrgenommen. Erweiterungen dieses Ansatzes: Abelson & Rosenberg (1958), Osgood & Tannenbaum (1955). Im Hinblick auf die Vermeidung von Ungleichgewichtszuständen ergibt sich – ebenso wie in Lewins Einfluss auf Heider und Festinger – eine Verbindung zur Theorie der kognitiven Dissonanz und dem Reaktanz-Prinzip. Irle (1975) betont dagegen die «fundamentalen Differenzen». Konsonanztheorien, Äquilibrismus.

Referenzen und vertiefende Literatur

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