Basisrisiko

 

(= B.) [engl. base risk; gr. βάσις (basis) Grundlage, Fundament; lat. risicare Klippe umschiffen oder altarab. rizq der von dem Geschick/Schicksal abhängige Lebensunterhalt], [DIA, FSE, GES, KLI], Maßzahl für die zu erwartende relative Häufigkeit eines Ereignisses. Angenommen, 16% der Schüler aus einer Risikopopulation (z. B. schwacher Bildungshintergrund) zeigen in der Grundschule gravierende Probleme beim Schriftspracherwerb, wohingegen nur 6% der Referenzpopulation solche Probleme aufweisen. Dann beträgt das B. ,16 in der Risikopopulation und ,06 in der Referenzpopulation. Wurde nachgewiesen, dass eine Präventionsmaßnahme das Risiko um den Faktor 0,5 senkt (Relative Risiko-Reduktion), so kann erwartet werden, dass in der Risikogruppe 8 von 100 Schüler profitieren (Absolute Risiko-Reduktion = ,08), wohingegen in der Referenzpopulation bei gleicher relativer Risiko-Reduktion lediglich 3 von 100 Schüler profitieren. Aufgrund der extremeren Basisrate fällt die Schätzung der Number needed to treat in der Referenzpopulation mit (1/0,03 =) 33,3 deutlich höher aus als in der Risikopopulation, in der schon bei (1/0,08 =) 12,5 bzw. 13 Schülern, die an der Maßnahme teilnehmen, durch die Maßnahme in einem Fall ein Erfolg erwartet werden kann. Dies verdeutlicht, dass dem B. eines Merkmals bei der Schätzung der Effektivität von Maßnahmen eine wichtige Bedeutung zukommt.

Verwendete Literatur

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