Bedeutung

 

(= B.) [engl. meaning, sense], [KOG], dasjenige, was ein Wort, Begriff, Zeichen usw. zum Ausdruck bringt für den Sachverhalt, auf den das Wort usw. hinweist. Vorwiegend durch Vorstellungen gegeben. B. ist der willkürliche (konventionsgebundene) Zusammenhang zw. einem Zeichen (Begriff, Namen) und dem Gegenstand selbst. I. d. S. sind B. und Bez. äquivalent. «B. an sich» ist das So-Sein eines Dinges unter Absehung vom subj. Akt des B.erfassens (Husserl). B. ist eine biol. Qualität im Merkwelt-Wirkweltzusammenhang eines Lebewesens (v. Uexküll). B. kann ein Ding unabhängig von seiner Eigenheit durch seine Stellung in einem best. Funktions-, Zweck- oder Wirkungszusammenhang bekommen. Man spricht dann auch von dem «Sinn» eines Dinges.

B. ist der Zentralbegriff eines semiotischen Teilbereichs (Semantik (Semiologie), Semiotik). Wortb. ist der Schlüsselbegriff der linguistischen Semantik. Sie wird im sog. Lexikon (Wörterbuch) abgehandelt. Der Satzbedeutung wird erst seit ca. 50 Jahren Beachtung geschenkt (Katz & Fondor, 1963). Bei dem Versuch, B. zu analysieren, haben Linguisten (Linguistik) und andere Forscher sich stets mit den Beziehungen zw. Sprache, Denken undUmwelt zu befassen, wie sie z. B. in dem semiotischen Dreieck von Ogden und Richards (1923) dargestellt werden. Es basiert auf dem Zeichenkonzept der Semantik. Die gestrichelte Linie deutet an, dass die Zeichenform als solche keine direkte Beziehung zum Objekt oder Umweltsachverhalt hat, sondern nur über das Bezeichnete bzw. den Begriff. So ist z. B. die Buchstabenfolge «Baum» die Zeichenform, der Begriff Baum das Bezeichnete und ein best. Baum der Umweltsachverhalt. Mit B. wird teils die Beziehung aller drei Konzepte, teils der Begriff bez. Der Begriff ist das, was die Zeichenform bedeutet. Das Bezeichnete lässt sich als Bündel semantischer Merkmale (B.elemente) konzipieren. Begriffe i. d. S. sind intensional, d. h., es werden Merkmale benannt, die den Begriff konstituieren. Extension bezieht sich dagegen auf den Umfang der durch den Begriff erfassten Objekte oder Sachverhalte. Dem Bezeichneten wird dann arbiträr ein Lautzeichen, das Bezeichnende, zugeordnet, das jedoch, nachdem es einmal zugeordnet ist, die Wahrnehmung der Welt beeinflussen kann. B.ähnlichkeit oder Synonymie bezieht sich danach auf das Bezeichnete oder den Begriff. Die Antonymie erscheint dann als ein Sonderfall der Synonymie. Homonymie bezieht sich dagegen auf die Zuordnung von Bezeichnendem und Bezeichnetem. Diese Zuordnung ist oft nicht eindeutig. Symbol wird das Bezeichnende kraft seiner Beziehung zu Gegenständen und Sachverhalten, d. h. durch Umweltreferenz über den Begriff. Mit assoziativer B. bez. man die mit einem Wort assoziierten Begriffe (Assoziation), mit meaningfulness (B.haltigkeit) die Anzahl der mit einem Wort assoziierten Begriffe.

Das B.konzept, wie es bisher dargestellt wurde, ist von rein behavioristisch (Behaviorismus) orientierten Forschern in den 1930er Jahren scharf angegriffen worden. Für sie verschloss sich alles Nichtbeobachtbare dem wiss. Zugriff. So definierte Bloomfield (1933) die B. eines Zeichens als die Situation, in der der Sprecher es äußert, und als die Reaktion, die es beim Hörer auslöst. Neben der bisher behandelten denotativen (kogn. und konzeptuellen) B. (Denotation, denotative Bedeutung) existieren weitere B.begriffe. Die Konnotation (Konnotation, konnotative Bedeutung) betrifft die Beziehung zw. Zeichen und Zeichenbenutzer und gehört somit zur Pragmatik.

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Referenzen und vertiefende Literatur

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