behavior modeling training

 

(= b.) [engl.] Training zur Verhaltensmodellierung], [AO, KOG, PÄD], ein b. ist eine Trainingstechnik (Training), die v. a. auf den Erwerb sozial-kommunikativer Fähigkeiten ausgerichtet ist. Das b. baut auf der «Theorie des sozialen Lernens» auf, wobei davon ausgegangen wird, dass menschliches Verhalten überwiegend durch Beobachtung an aktuellen oder symbolischen Modellen gelernt wird (Modelllernen, Beobachtungslernen). Im Zentrum des Trainings steht daher die Präsentation von Verhaltensmodellen, die demonstrieren, anhand welcher Verhaltensweisen eine Arbeits- bzw. Problemsituation erfolgreich bewältigt werden kann (Problemlösen). Die Modelle werden üblicherweise als Film präsentiert oder durch Akteure unmittelbar dargestellt. Für den Lern- und Trainingsprozess sind i. S. dieses Ansatzes v. a. folg. Aspekte bzw. Prozesse zu unterstützen und lernförderlich zu gestalten: (1) Aufmerksamkeitsprozess (hierbei muss der Lernende die relevanten Merkmale des Modellverhaltens und der Situation erkennen und wahrnehmen, Wahrnehmung), (2) Gedächtnisprozesse (in dieser Phase muss das zu erlernende Modellverhalten sprachlich oder bildhaft im Gedächtnis codiert werden), (3) motorische Reproduktionsprozesse (Motorik, in dieser Phase gilt es die neu erworbenen Verhaltensweisen aktiv zu erproben und einzuüben) und (4) motivationale Prozesse (Motivation, der Lernende oder das Modell muss beim Zeigen des Modellverhaltens pos. verstärkt werden (Verstärkung), ansonsten ist er nicht ausreichend motiviert, das neue Verhalten zu zeigen).

Der Aufbau und die Gestaltung des b. orientiert sich i. d. R. an folg. Ablauf bzw. Elementen: (1) Einführung in den Problembereich durch den Trainer, (2) Entwicklung von Lernpunkten (Lernpunkte entsprechen den einzelnen Lernzielen des Trainings und lassen sich in Form von Verhaltensweisen oder -prinzipien formulieren), (3) Filmdarbietung des Verhaltensmodells (z. B. eines Vorgesetzten, der entspr. Führungssituationen effektiv nach vorgegebenen Lernpunkten bewältigt), (4) Gruppendiskussion über die Effektivität des Verhaltensmodells, (5) Üben der zu erlernenden Verhaltensweisen im Rollenspiel und (6) Rückmeldung (Feedback) über das Rollenspielverhalten durch die Gruppe.

B. wurden für ganz unterschiedliche Trainingskontexte bzw. -ziele entwickelt und erprobt – überwiegend allerdings im Bereich von Führungskräftetrainings (z. B. zum Führen von Mitarbeitergesprächen). Metaanalysen (z. B. Arthur et al., 2003) zeigen, dass b. eine der effektivsten Trainingsmethoden ist. Der Transfer des Gelernten ist dann am größten, wenn sowohl pos. als auch neg. Verhaltensmodelle präsentiert werden, die Teilnehmer selbst entwickelte Anwendungsszenarien bearbeiten und sie sich klare Ziele für den Transfer nach dem Training setzen. Auch Auswirkungen auf «harte» Kriterien wie Verkaufsleistung oder Unternehmensproduktivität, Absentismus (Arbeitsabwesenheit) und Fluktuation konnten belegt werden (Taylor et al., 2005).

Referenzen und vertiefende Literatur

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