berufliche Entwicklung

 

(= b. E.) [engl. career/professional development], [AO], bez. zum einen deskriptiv den Berufsverlauf einer Person vom Berufseintritt bis zum Austritt aus dem Berufsleben (Ruhestand, Anpassung an). Als deskriptiver Ansatz war hier die Berufslaufbahntheorie von Super (1957) bes. einflussreich. Dieser Autor gliedert den Berufsverlauf in fünf Phasen: (1) Stufe des Wachstums (bis 14 Jahre), (2) Stufe der Exploration (15–24 Jahre), (3) Stufe der beruflichen Festlegung (25–44 Jahre), (4), Stufe der Konsolidierung (45–64 Jahre), und (5) Stufe des beruflichen Abbaus (ab 65 Jahre). Neuere Ansätze betonen demgegenüber, dass die heutige Arbeitswelt durch kontinuierlichen Wandel gekennzeichnet ist und dass Berufslaufbahnen nur noch selten einem linearen Verlauf – möglicherweise sogar zeitlebens in derselben Organisation – folgen. Heutige berufliche Entwicklung ist durch Wechsel des Arbeitgebers, Wechsel von Arbeitstätigkeiten, Wechsel von Arbeitsplätzen, durch Diskontuitäten aufgrund biografischer (z. B. Kinderbetreuung) oder wirtschaftlicher (z. B. Arbeitslosigkeit) Faktoren gekennzeichnet. Die Beschreibung heutiger b. E.prozesse ist insofern notwendigerweise komplexer als das zu Supers Zeiten der Fall war (Arthur & Rousseau, 1996).

B. E. bez. aber auch interpretativ die Karriereentwicklung einer Person, d. h., wie erfolgreich jemand im Beruf ist und welches die Determinanten mehr oder weniger erfolgreicher Berufsverläufe sind. Modelle zur Vorhersage von Berufserfolg sind zum einen die Wettbewerbsperspektive, wonach diejenigen, die sich in einem Wettbewerb als die geeignetsten erweisen, auch am erfolgreichsten sind. Zum anderen gibt es die Förderungsperspektive, wonach best. Personen bes. gefördert werden und deshalb auch bes. erfolgreich sind (Ng et al., 2005; Lernpotenzial). Determinanten von Berufserfolg kann man in die Gruppen Humankapital (z. B. Bildung, Berufserfahrung), soziodemografischer Hintergrund (z. B. Geschlecht, Alter, Familienstand, Kinder), indiv. Unterschiede (z. B. in Eigenschaften, Erwartungen und Zielen), förderliche Umweltbedingungen (z. B. organisationale Unterstützung) und hinderliche Umweltbedingungen (z. B. Vorurteile, Diskriminierung, konfligierende Rollen) unterteilen (Abele, 2002). berufliche Sozialisation, Berufspsychologie, Berufswahltheorien, Silver Work.

Verwendete Literatur

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