Berufsleben, Ausscheiden aus dem

 

(= A. a. d. B.) [engl. retiring from professional life], [EW, GES], das A. a. d. B. durch Eintritt in den Ruhestand ist ein kritisches Lebensereignis (Life-Event, kritisches) mit Folgen für die Gesundheit. Veränderungen der Alltagsroutinen, des sozialen Netzwerks, des Kompetenzerlebens und Selbstbildes sowie der finanziellen Ressourcen machen Anpassungs- und Bewältigungsleistungen erforderlich. Werden dabei neue Ziele für die persönliche Weiterentwicklung gesucht (Selektion), die zur Zielerreichung erforderlichen Ressourcen optimiert (Optimierung) und schwindende Ressourcen durch neue Potenziale ausgeglichen (Kompensation), können Zufriedenheit und subj. Gesundheit trotz obj. schwindender Ressourcen hoch bleiben oder sogar steigen (Selektion, Optimierung und Kompensation, Modell der (SOK-Modell)). Bedeutsame Faktoren, die die Gesundheit beim A. a. d. B. beeinflussen, sind der Gesundheitsstatus vor dem Ruhestand, die Freiwilligkeit und der Zeitpunkt bei Eintritt in den Ruhestand. Insbes. ein vorzeitiger und unfreiwilliger Ruhestand hat neg. Effekte auf die körperliche und psych. Gesundheit. Fehlt die Möglichkeit der Vorbereitung (antizipatorische Bewältigung, Coping) z. B. aufgrund einer Frühverrentung, wird der Übergang aus dem Erwerbsleben in den Ruhestand als belastender erlebt. Auch aus diesem Grund können mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben neue gesundheitsbezogene Risikoverhaltensweisen auftreten. So konsumieren ältere Menschen mehr Alkohol als 18- bis 35jährige und tragen dabei ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, da oft gleichzeitig ein hoher Medikamentenkonsum vorliegt, Angehörige oder Ärzte Risiko- oder Suchtverhalten aber häufig ignorieren. Auch zeigt sich ein mit dem A. a. d. B. in Zusammenhang stehender Rückgang der körperlichen Aktivität. Psychologie des Alterns, Silver Work.

Verwendete Literatur

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