Beschneidung

 

(= B.) [engl. circumcision; lat. circumcisio], syn. Circumcision, [GES, SOZ], die bei versch. Kulturen verbreitete, nach best. Vorschriften geregelte operative Entfernung der Vorhaut (präputium), total oder teilweise, beim Säugling oder in der Pubertät. Wenig eindeutig ist der Anlass zur B.: Symbol der Mannbarkeitserklärung (Aufnahme des Jünglings unter die Männer) – Vorbereitungsakt auf die Sexualfunktion (erst der Beschnittene darf heiraten) – Reinlichkeitsgründe (die Verbreitung der B. in tropischen Zonen spricht dafür) – Wundheilungsgrund (die Vorverlegung der B. auf das Säuglingsalter lasse die Wunde besser ausheilen) – Rest des alten Menschenopfers (Weihe eines Teiles statt des Ganzen).

Auch die B. der Mädchen (Entfernung der Klitoris, teilweise Amputation der Schamlippen, Infibulation [lat. infibulare zuhefteln] als Verschluss des Scheideneingangs zur Beischlafverhinderung) ist bei einigen Völkern und Stämmen Sitte. Zur Begründung wird u. a. die Hemmung der weiblichen Sexualität genannt.