Bestrafung

 

(= B.) [engl. penalty, punishment], [KOG], ein unangenehmes Ereignis (aversiver Reiz), das (der) auf eine Handlung folgt und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Handlung in ähnlichen Situationen herabsetzen soll (Konditionierung, operante). Im Ggs. zu der Auffassung, dass die B. die Auftretenswahrscheinlichkeit unmittelbar (direkt) abschwächt, wird meist eine indirekte Wirkung angenommen: Reaktionen auf die B. sind mit der bestraften Handlung unvereinbar (inkompatibel), wodurch eine assoziative Hemmung erzeugt und damit die Auftretenswahrscheinlichkeit der bestraften Handlung verringert wird. Die Beantwortung der Frage, ob B. oder Belohnung (Verstärkung) für das Lernen (Lernen) förderlicher sei, hat eine lange Geschichte. Sie ist kaum für das Erlernen neuer Reaktionen, sondern nur für das Unterscheidenlernen zw. zwei Alternativen (richtige Wahl belohnt, falsche bestraft) möglich. Bei stärkeren B. sind oft die durch sie ausgelösten (und länger andauernden) affektiven Erregungen störende Nebenwirkungen für benachbarte Lernprozesse, die von der spezif. B. nicht betroffen werden sollten. Der Lernerfolg kann dadurch herabgesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit der Herabsetzung der Wahrscheinlichkeit einer best. Handlung ist durch den Entzug angenehmer Ereignisse möglich. Belohnung, bedingter Reflex, bedingte Reaktion, Gesetz des Effekts, Aversionstherapie, time out.

Verwendete Literatur

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