Bewältigungsplanung

 

(= B.) [engl. coping planning], [GES, KLI, KOG], die B. ist eine Selbstregulationstechnik (Selbstregulation), die auf die dauerhafte Ausführung eines intendierten Verhaltens (bzw. Aufgabe eines unbeabsichtigten Verhaltens) abzielt. Die B. setzt also Ziele, konkrete Handlungspläne oder eine bereits erfolgte Initiierung (bzw. Aufgabe) des Zielverhaltens voraus. Bei der B. werden antizipierte Risikosituationen mit Bewältigungsreaktionen verknüpft, bspw. in der Form «Falls Risikosituation X auftritt, dann wende ich Strategie Y an, um Verhalten Z dennoch auszuführen». Unerwünschte Verhaltensmuster (z. B. Gewohnheit) oder Barrieren kogn. (z. B. Zielkonflikte), affektiver (z. B. neg. Stimmung), umgebungsbedingter (z. B. fehlende Infrastruktur), sozialer (z. B. Peer-Druck) oder körperlicher (z. B. Krankheit) Art kennzeichnen typische Risikosituationen. Bewältigungsstrategien können u. a. kogn. sein (z. B. zielführende Selbstinstruktionen) oder Verhalten direkt ansprechen (z. B. alternative zielführende Verhaltensweisen) und sollen unerwünschtes Verhalten verhindern bzw. erwünschtes Verhalten erleichtern/priorisieren. Konzeptionell ist die B. abzugrenzen von Handlungsplanung, bei der situative Hinweisreize einer günstigen Handlungssituation (vs. Risikosituation) mit dem Zielverhalten (vs. Bewältigungsstrategie) verknüpft werden, und die v. a. der Verhaltensinitiierung dient. Beide wirken jedoch über mentale Repräsentationen der antizipierten Situation und einer verknüpften Reaktion, die bei Auftreten der Situation das intendierte Verhalten durch Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits-, und Gedächtnisprozesse begünstigen sollen. Ein Review belegt, dass die B. insbes. in Kombination mit Handlungsplanung effektiv ist, um die Intentionsverhaltenslücke zu überwinden. Spez. Anwendungsfelder für B. sind Verhaltenstherapie, Rückfallprävention i. R. von Entwöhnungsprogrammen und Gesundheitsförderung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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