Beziehungsaspekt

 

(= B.) [engl. relationship aspect], [SOZ], in einer Face-to-Face-Situation enthält jede Mitteilung neben ihrem Sachinhalt auch Informationen darüber, wie sie vom Empfänger verstanden werden soll und welche Gefühle und Bewertungen beim Kommunikator gegenüber dem Rezipienten vorhanden sind. Dies kann etwa durch die Art der Intonation bei verbaler Kommunikation, durch begleitende Gesten oder Mimik (nicht verbale Kommunikation) oder auch durch die Wahl des Zeitpunktes für die Mitteilung erfolgen. In gewisser Weise def. so der B. die Beziehung zw. den Kommunikationspartnern. Der B. einer Mitteilung ist i. d. R. nicht explizit und fast immer mehrdeutig. Nimmt der Empfänger einer Mitteilung einen Widerspruch zw. dem Inhaltsaspekt (etwa einer pos. Aussage über das gegenseitige Verhältnis) und dem B. (der Art, wie diese Aussage getroffen wird) wahr, kann dies zu Störungen in der Beziehung führen, vor allen Dingen, wenn solche Widersprüche häufig und regelmäßig auftreten. Watzlawick et al. (1967) schreiben solchen Situationen eine bes. klin. Bedeutung zu, in denen ein Kommunikationspartner seine Wahrnehmungen auf der Inhaltsebene bezweifeln muss, um eine wichtige Beziehung nicht zu gefährden. Die Analyse des B. ist daher v. a. bei gestörten Kommunikationsabläufen von Bedeutung. Insofern der B. eine Mitteilung über die Sachkommunikation ist, kann er als (implizite) Metakommunikation verstanden werden. In den Kommunikationsmodellen von Watzlawick und von Schulz von Thun (2010a) wird dem B. bes. Aufmerksamkeit gewidmet.

Verwendete Literatur

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