Bezold-Brücke-Phänomen

 

, syn. Bezold-Abney'sches Phänomen [engl. Bezold-Abney phenomenon], [WA], die von A. v. Bezold 1873, E. Brücke 1878 und W. Abney 1913 beschriebene Abhängigkeit der im Spektrum sichtbaren Farben von der Helligkeit (Leuchtdichte) bei Helladaptation und fovealem Sehen. Bei Abnahme der Helligkeit (unter 10 mlx) breiten sich die Rot-, Grün- und Violettgebiete des Spektrums über die benachbarten aus, z. B. wird das Gelb teils rötlich, teils grünlich. Umgekehrt werden bei Vergrößerung der Leuchtdichte und gleichzeitiger Abnahme der Sättigung die rötlichen und grünlichen Farbtöne zunehmend gelb, während die blaugrünen und violetten zunehmend blau werden (Bezold-Abney’sches Phänomen). Bei vier Farben (Blau von 474 nm, Grün von 506 nm, Gelb von 571 nm und einem im Spektrum nicht vertretenen Rot) bleibt nach D. M. Purdy (1937) die Farbtonverschiebung aus (invariante Farbtöne). Die Farbtonverschiebung ist ferner von den geometrischen Abmessungen des Sehfeldes abhängig, wobei eine Abnahme des Sehfelddurchmessers den gleichen Effekt bewirkt wie ein Anwachsen der Helligkeit (Van der Wildt, 1968). Adaptation, chromatische, Farbwahrnehmung, Purkinje’sches Phänomen.

Verwendete Literatur

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