Bindungsorganisation

 

(= B.) [engl. attachment organisation; gr. ὄργανον (organon) Gerät, Werkzeug], [EM, EW, PER],  bezeichnet das Vorliegen von spezif. und regelhaften Formen und Abfolgen von (1) Bindungs- (Bindung) und Explorationsverhaltensweisen in der Kindheit,  z. B. im Fremde Situation oder Fremde Situations Test (FST) oder von (2) sprachlichen Antwortmustern in Bindungsinterviews, wie z. B. dem Bindungsinterview für Erwachsene (BIE) oder in Geschichtenergänzungsverfahren zur Bindungserfassung. Das Vorliegen einer B. zeigt, dass ein Kind oder ein Erwachsener bei Aktivierung des Bindungssystems eine stabile Strategie zur emot. Regulation entwickelt hat. I. d. R. unterscheidet man in der Kindheit die drei Muster sicher, unsicher-vermeidend und unsicher-ambivalent. Die B. eines Kindes kann pro Bindungspersonen unterschiedlich sein, kann also intraindiv. versch. sein. Unterschiede in der B. in der Kindheit sind durch soziale Prozesse (z. B. Feinfühligkeit der Bezugsperson) oder durch indiv. Dispositionen des Kindes (z. B. Irritierbarkeit) beeinflusst. Im Erwachsenenalter werden im Bindungsinterview für Erwachsene (BIE) die drei Muster sicher-autonom, unsicher-distanziert und unsicher-verwickelt unterschieden.

Verwendete Literatur

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