Bioenergetik

 

(= B.) [engl. bioenergetics; gr. βίος (bios) Leben, ἐν (en) innen, ἔργον (ergon) Wirken], [KLI], die bioenergetische Analyse nach A. Lowen (Lowen, 1979) basiert auf der Psychoanalyse S. Freuds und der Vegetotherapie W. Reichs. Die B. ist ein körperorientierter Ansatz, der den Menschen als ein energetisches System auffasst. Es wird von der Annahme ausgegangen, dass seelische Energie sich in körperlichen Strömungen bewegt. Ein chronischer Energiestau soll seelische Störungen auslösen. Mittels versch. Techniken sollen der Energiefluss befreit, Verspannungen gelöst und ein Kontakt mit eigenen Gefühlen und Erfahrungen ermöglicht werden. Ein Einklang zw. Körperhaltung, Bewegung, Atmung, Gefühl und verbalen Äußerungen soll hergestellt, eine Integration des Charakters bewirkt werden. Innerhalb der bioenergetischen Analyse sind versch. Schwerpunkte zu unterscheiden: Mit körperlichen Übungen soll u. a. eine allg. Vitalisierung und eine Lösung aus charakterlicher Erstarrung erreicht werden. Es erfolgt eine Analyse der freigesetzten Emotionen sowie deren Zuordnung zu best. Kindheitserlebnissen und schließlich eine Integration neu erworbener Verhaltensweisen und Einsichten im Alltag. Ursprünglich wurde die bioenergetische Therapie als Einzelbehandlung durchgeführt, zunehmend wird sie aber auch als gruppentherap. Verfahren eingesetzt. Die Grundannahmen des Energieflusses u. a. sind schwer mit einer empirisch fundierten Ps. zu vereinbaren und können allenfalls metaphorisch verstanden werden. Für die spezif. Wirksamkeit der B. liegen keine Belege vor. Untersuchungen, die sich auf den Einsatz von B. in Kombination mit Gestalttherapie beziehen, ergaben signifikante Veränderungen im Befindlichkeits- und im Persönlichkeitsbereich, nicht aber in der Symptomatik und im zw.menschlichen Bereich. Worauf die Veränderungen zurückzuführen sind, ist unklar.

Referenzen und vertiefende Literatur

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