bipolare affektive Störungen, Pharmakotherapie

 

[engl. pharmacotherapy of bipolar affective disorders], [KLI, PHA], beschreibt die evidenzbasierte (Evidenzbasierung) psychopharmakologische Behandlung aller Erkrankungsphasen der bipolaren affektiven Störung nach ICD-10 (Bipolare Störung). Die Akutbehandlung sowie die Rezidivprophylaxe der Manie sollten monotherapeutisch mit Lithiumsalzen (Lithium(-salze)) und/oder Substanzen aus der Klasse der atypischen Antipsychotika (AAP) durchgeführt werden. Für alle Lithiumformulierungen und zahlreiche AAP bestehen umfangreiche Wirksamkeitsnachweise bzw. Zulassungen für eine oder beide Indikationen. Obwohl das klassische Antipsychotikum Haloperidol und die Antikonvulsiva Carbamazepin und Lamotrigin ebenfalls im Rahmen der Akuttherapie bzw. der rezidivprophylaktischen Behandlung wirksam und zugelassen sind, unterliegt deren Anwendung jedoch aufgrund von Wechsel- und Nebenwirkungen Einschränkungen. Bei unzureichendem Ansprechen der manischen Symptomatik kann eine kombinierte psychopharmakologische Behandlung mit Substanzen unterschiedlicher Wirkmechanismen (AAP mit Valproat bzw. Lithium) erfolgen.

Die Behandlung der bipolaren Depression sollte zunächst die Initiierung bzw. Optimierung einer Phasenprohylaxe beinhalten. Da das AAP Quetiapin in der akuten und rezidivprophylaktischen Behandlung der bipolaren Depression wirksam und zugelassen ist, stellt es hier die Substanz der Wahl dar. Aufgrund des Risikos der Induktion einer manischen Episode sollten trizyklische Antidepressiva nicht sowie Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder der kombinierte Noradrenalin-Dopaminwiederaufnahmehemmer Bupropion nur bei mittelschweren bis schweren depressiven Syndromen zum Einsatz kommen. Zur Phasenprophylaxe sollte vorrangig Lithium eingesetzt werden. Nachrangig können verschiedene Substanzen aus der Gruppe der AAP und die Antikonvulsiva Lamotrigin, Carbamazepin und Valproat Verwendung finden. Bei Non- oder Partialresponse einer Monotherapie kann entweder ein Wechsel auf ein anderes Präparat oder eine Kombinationstherapie verschiedener Substanzen erfolgen. [http://www.leitlinie-bipolar.de].