Boesch, Ernst. E.

 

(1916−2014) [GES, EW, HIS, SOZ], der Kulturpsychologe Ernst (auch: Ernest) Eduard Boesch wurde in St. Gallen geb., wo er auch aufwuchs. 1939 begann er das Studium am Jean-Jacques Rousseau Institut der Universität Genf, wo Jean Piaget einer seiner Lehrer war. Boesch arbeitete ab 1943, dem Jahr seiner Promotion, als Schulpsychologe in St. Gallen. 1951 nahm er den Ruf auf eine Ps.professur an der 1948 gegründeten Universität des Saarlandes in Saarbrücken an. (Das Saarland gehörte zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Bundesrepublik Dt.) 1955 ging Boesch für drei Jahre nach Bangkok, wo er auf Einladung der UNESCO Tests für Thailand adaptierte, entwicklungspsychol. forschte und Berichte verfasste. Boesch hat in der Bundesrepublik wichtige Impulse zur Ökologischen Psychologie gegeben und Themenbereiche vor geistes- und kulturgeschichtlichem Hintergrund bearbeitet, die nicht zum Mainstream der Ps. seiner Zeit gehörten, aber einem breiteren und tieferen Verständnis der Psychologie dienen. Hierzu gehörten Themen wie Sozialpsychol. Entwicklungsplanung, Körperlichkeit, Mythen und Rituale und die Entwicklung einer eigenen «symbolischen Handlungstheorie» (Boesch, 1980). 1986 wurde Boesch emeritiert. Ernst E. Boesch verstarb am 12. Juli 2014 im 98. Lebensjahr. Die Gesellschaft für Kulturpsychologie vergibt seit 2015 den Ernst-Eduard-Boesch-Preis für Verdienste um die Förderung und Verbreitung der wiss. Kulturpsychologie.

Verwendete Literatur

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