Brahn, Max

 

(1873-1944), [AO, HIS, PÄD], wurde in Laurahütte bei Kattowitz geb. Er studierte Medizin in Erlangen, München, Berlin, Kiel und Heidelberg, wandte sich während seines Studiums der Ps. zu und promovierte bei Kuno Fischer über den Seelenbegriff bei Kant. Brahn ging dann nach Leipzig, um sich bei Wilhelm Wundt mit der Experimentellen Psychologie vertraut zu machen. Dort habilitierte er über exp. Beiträge zur Gefühlslehre. 1906 gründete der Leipziger Lehrerverein das Institut für experimentelle Pädagogik und Psychologie, dessen wiss. Leiter Brahn wurde; 1909-1919 gab Brahn die Pädagogisch-psychol. Arbeiten des Lehrervereins heraus. Da er habilitiert war und ein Institut leitete, betreute er Doktoranden, war jedoch nie Professor, obwohl er so angesprochen wurde. 1918 bis 1920 war Brahn zusammen mit William Stern und Otto Lipmann Herausgeber der Schriften zur Psychologie der Berufseignung und des Wirtschaftslebens. Im Ausschuss zur wissenschaftlichen Erforschung der Arbeit des Reichsarbeitsministeriums vertrat Brahn ab 1919 die Ps.

1920 äußerte das sächsische Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts den Wunsch, eine etatmäßige außerordentliche Professur für Berufsps. und exp. Pädagogik für Brahn zu errichten und die Abteilung für exp. Pädagogik auszubauen. Dies gelang jedoch nicht. Im Sommer 1921 wurde Brahn auf eigenen Antrag von der Leitung des Instituts entbunden. Er stellte seine Vorlesungen ein und verlor seine venia legendi. Brahn wurde in seiner Heimat Oberschlesien als Regierungsrat Deutscher Bevollmächtigter für Arbeitsfragen und nahm weitere Aufgaben wahr.1933 verlor Brahn als Jude seine Ämter. Er emigrierte mit seiner Frau in die Niederlande. Beide wurde von dort verschleppt und Ende Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. 

Referenzen und vertiefende Literatur

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