Broca’sche Windung (Broca-Areal, -Region)

 

[engl. Broca's area]; nach P.P. Broca (1824−1880), [BIO, KOG], Sprachregion der dominanten (meist linken) Hirnhälfte (Gehirn), präfrontales Sprachzentrum, motorisches Sprachzentrum (Sprache), Area 44, die 1861 von Broca entdeckte Region der dritten linken Stirnwindung (an der sog. Sylvischen Furche) des Großhirns, unterer posteriorer Frontallappen, deren Läsion zu einem Sprachversagen (Broca-Aphasie) führt, bei dem das Sprachverständnis (Sprachrezeption) noch intakt ist, die Betroffenen aber spontan fast nichts mehr sprechen. Motorische Aphasie. Dagegen ist für das Sprachverständnis (sensorische Aphasie) das Wernicke’sche Zentrum verantwortlich. Das Broca-Areal ist der Sitz für die Koordination der Sprachmuster, während im Wernicke’schen Zentrum die Umsetzung des Gehörten oder Gesehenen in sinnvolle Einheiten oder Wörter erfolgt. Die untere präzentrale Windung steuert sodann die einzelnen Gesichts- und Sprachmuskeln. Der Gyrus angularis kombiniert visuelle Muster zu Buchstaben und Wörtern und verbindet sie mit der gehörten Sprache. Hier erst wird das gesprochene Wort zur akustischen Repräsentation des Wortes. Wie neuere Untersuchungen gezeigt haben, sind die Funktionen der beiden Zentren keineswegs so ausschließlich, wie zunächst angenommen wurde. Läsionen einer der beiden Regionen verursachen in der großen Mehrzahl der Fälle multimodale Störungen, die sowohl Sensorik wie Motorik betreffen. Neuere PET-Studien (Positronen-Emissions-Tomografie) zeigen sogar, dass bei der Perzeption von Silben und Wörtern im intakten Gehirn i. d. R. Broca- und Wernicke-Region gemeinsam aktiviert werden. Dies macht wahrscheinlich, dass die Sprachareale sowohl bei der Sprachproduktion als auch beim Sprachverständnis zus.arbeiten. Lokalisation.

Verwendete Literatur

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