Bruner, Jerome S.

 

(1915–2016), [EW, HIS, KOG, PÄD, WA], gilt als bedeutender amerik. Entwicklungspsychologe, der zur Kognitiven Wende der Ps. beitrug. Jerome Seymor Bruner wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie in New York geb. Bruner erwarb seinen Bachelorgrad an der Duke University, wechselte dann zur Harvard University, wo er 1939 seinen Mastergrad erwarb und 1941 promovierte. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Bruner zus. mit anderen Psychologen für die Propagandaabteilung des amerik. Militärs, 1945 kehrte er an die Harvard University zurück und wurde dort 1952 Professor. 1972–1980 lehrte er an der University of Oxford, danach u. a. an der New School for Social Research in New York.

Zu Bruners Leistungen zählen die gemeinsam mit Leo Postman um 1950 durchgeführten Untersuchungen zur sozialen Wahrnehmung (Wahrnehmungsabwehr), mit denen Bruner gegen die Dominanz des Behaviorismus antrat. Ferner «entdeckte» er die Theorien von Jean Piaget (Entwicklung, Stufentheorie nach Piaget) für die amerik. Ps. und erweiterte diese. Somit hatte Bruner erheblichen Anteil an der sog. Kogn. Wende in der Ps. Bruner entwickelte eine eigene Theorie des Spracherwerbs (Sprachentwicklung; Bruner, 1987) sowie Konzepte des entdeckenden Lernens bzw. problemlösenden Lernens, die in sein didaktisches Prinzip des Spiralcurriculums mündeten.

Bruner erhielt für seine Verdienste eine Vielzahl von Auszeichnungen, darunter über 20 Ehrendoktortitel. Er hinterließ eine große Anzahl von Veröffentlichungen über Wahrnehmung, Entwicklung, Spracherwerb, Kommunikation und Didaktik. Bruner starb hundertjährig in seiner Heimatstadt New York.

Referenzen und vertiefende Literatur

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