Clomipramin

 

(= C.) [engl. clomipramine], [PHA],      Psychopharmakon aus der Klasse der trizyklischen  Antidepressiva (TZA). C. blockiert mit hoher Affinität, aber nicht ganz selektiv, die Serotoninwiederaufnahme. Zusätzlich wirkt C. als starker Antagonist an α1-adrenergen und muskarinischen Acetylcholinrezeptoren, 5-HT2-Serotoninrezeptoren werden mäßig und D2-Dopaminrezeptoren schwach antagonisiert. Durch extensiven hepatischen Metabolismus über CYP2C19, CYP1A2 und CYP3A4 entsteht der pharmakologisch aktive Hauptmetabolit Desmethylclomipramin, der selbst vorwiegend die Noradrenalinwiederaufnahme hemmt. Durch Metabolismus über CYP2D6 entstehen Hydroxymetabolite. Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 50%, die Eliminationshalbwertszeit von C. 16-60 Stunden, von Desmethylclomipramin ca. 36 Stunden. Therapeutischer Referenzbereich für die Plasmakonzentration (Summe aus C. und Desmethylclomipramin): 230-450 ng/ml. Zugelassen zur Behandlung von depressiven Störungen (Depression, Depression, Psychopharmakotherapie), Zwangsstörung (Zwangsstörungen, Psychopharmakotherapie), Panikstörung (Panikstörung, Psychopharmokotherapie), phobischen Störungen (Phobie), Enuresis nocturna (Ausscheidungsstörungen), bei Schlaflähmung,  Kataplexie und hypnagogen Halluzinationen im Rahmen einer Narkolepsie und zur langfristigen Behandlung von Schmerzsyndromen (Schmerz) im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts. Bei der medikamentösen Behandlung von Zwangsstörungen gilt C. bis heute als Referenzsubstanz. Aufgrund des Rezeptorbindungsprofils hat C. ausgeprägte, insbes. vegetative unerwünschte Wirkungen: Mundtrockenheit, Akkomodationsstörungen, Blasenentleerungsstörungen, Obstipation, orthostatische Dysregulation, Gewichtszunahme, sexuelle Funktionsstörungen (insbes.  Erektionsstörungen beim Mann), Störungen der kardialen Erregungsleitung, allergische Hautreaktionen. Bei älteren Pat. sollte A. mit besonderer Zurückhaltung angewendet werden, da wegen der starken anticholinergen Wirkung kognitive Störungen verschlechtert und ein Delir ausgelöst werden können. Kontraindiziert ist A. bei Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie mit Restharnbildung, Delir, dementiellen Syndromen (Demenz), Ileus und bei klinisch relevanten Störungen der kardialen Erregungsleitung. Therapiebeginn in der Regel mit 2-3 x 25 mg tgl., 150 mg tgl. oft ausreichend, Höchstdosis 300 mg/Tag. C. darf nicht mit  Monoaminoxydasehemmern (MAOH) kombiniert werden. Auch die Kombination mit anderen serotonergen Pharmaka (z. B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, selektive, Tramadol, Triptane) ist wegen der Gefahr der Auslösung eines Serotoninsyndroms (relativ) kontraindiziert.