Code, Kode

 

(= C.) [engl. code Chiffrierschlüssel], [KOG], (1) Verschlüsselungsvorschrift für Information, zugleich Regelsystem der Verknüpfung von Zeichen oder das verwendete Zeichensystem selbst. Die Tätigkeit des Verschlüsselns nennt man codieren (auch encodieren; Encodierung), die des Entschlüsselns decodieren. Der sprachliche C. eines Sprechers ist die Menge der ihm aus dem gesamten Zeichensystem der Sprache zur Verfügung stehenden Zeichen samt Verknüpfungsmöglichkeiten und -regeln als Grundlage für die nachrichtliche Übermittlung von Inhalten (Kommunikation). Die C. zweier Sprecher sind nur teilweise deckungsgleich und bilden eine Durchschnittsmenge, die zweier Gruppen (z. B. Schichten) ebenfalls (Sprachbarriere, Soziolinguistik). Man unterscheidet beim Sprach-C. bzw. der sprachlichen (ling.) Codierung und Decodierung drei Ebenen: Die indiv. Vorstellung, Meinung usw. wird durch den Sprecher (Sender) in den durch Konvention festgelegten Inhalt einer Sprache umgesetzt (semantische Codierung), anhand der festgelegten Kombinationsregeln untereinander verknüpft (syntaktische Codierung) und in Laute/Buchstaben ausdrucksmäßig umgeformt und übermittelt. Vorausgesetzt ist dabei, dass der Hörer (Empfänger) entspr. den konventionellen Regeln in umgekehrter Reihenfolge die Nachricht zu decodieren imstande ist. Handelt es sich bei den Zeichen, welche durch das Regelsystem einander zugeordnet werden, um abstrakte Symbole, so spricht man von einem symbolischen C. (2) In der Gedächtnisforschung (Gedächtnis) und Psycholinguistik wird C. auch als Übersetzung «externer Information in eine interne Information» verstanden (Melton & Martin, 1972). Wenn der Umfang der Information dadurch geringer wird, spricht man von reduziertem C., in dem z. B. chunking (chunk, chunking) oder clustering (cluster, clustering) (Kategorisierung – Bousfield) benutzt wird. Als elaborierter C. wird die Erweiterung der kogn. Struktur durch Erzeugung von Vorstellungsbildern (Paivio, 1971) bez. (recodieren). Dem elaborierten C. (in anderer Bedeutung) wird der restringierte C. gegenübergestellt (Bernstein, 1972). Damit gemeint sind (umstrittene) schichtspezifische Eigentümlichkeiten des Sprachgebrauchs, die in der Soziolinguistik beschrieben werden (Oevermann, 1972, 1980).

Verwendete Literatur

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